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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 405

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 405 (sequence 21)
Language
German
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Michael Sachs. 405 einer Kriegsgefangenen*) »über Gefahren der Sinnlichkeit und Schutz dagegen«. Er spricht über dieses Thema, das in unserer Zeit so vielfach behandelt und fast ebensoviel mißhandelt wird, mit der Ruhe und dem Verständnisse eines Weisen und zugleich in der Sprache eines Dichters. Er schildert nach den Worten jenes Gesetzes »du siehst — du begehrst — du nimmst« den Weg der Sinnlichkeit zur Sünde. »Wo die Sinnenlust und der Sinnenreiz und der gemeine rohe Trieb zur Herrschaft gelangen, da geht das große unermeßliche Reich der Sünde an« . . . »Da tritt es auf das Heer der Wünsche, der Schwarm von Begierden und Ansprüchen, mit immer neuen Bedürfnissen und immer neuen Reizen.« Er verflicht in seine Darstellung eine Reihe ernster Worte der Bibel und Sprüche des Talmud von ergreifender Lebenswahrheit und einem Gehalte, der der Erinnerung unvergeßlich sich einprägt und stets von neuem die eigenen Gedanken weckt. Seltsam klingende Er- Zählungen des talmudischen Märchendichters Rabba bar bar Ghana führt er uns als tiefsinnige, poetische Gestaltungen der auch an den ernsten Menschen herantretenden Versuchungen vor. Und aus ihren der Wirklichkeit entsprechenden Schilderungen entwickelt er seine Lehren. Erzeigt in der eigenen Kraft des Menschen, in der Herrschaft, die er über sich gewinnen kann, wenn er die Sünde nur ruhig und fest anschaut und seinem Nachdenken Zeit gönnt, sowie in der Erkenntnis eines rechten, guten und heiligen Lebensziels den festen und sichern Schutz gegen »die verlockenden Rufe der gleißenden Schlange«. Die gedruckten Reden Sachsens gehören zumeist seiner Prager, sowie der erster Berliner Zeit an. Seine rednerische Tätigkeit selbst hat an Kraft und Wirkung niemals abgenommen, und sie erhob sich in Stunden besonderer Erregung, bei bedeutsamen Zeitereignissen oder die Gemeinde tiefer berührenden Angelegenheiten zu ף V. B. M. 21, 10—13•

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