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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 399

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 399 (sequence 15)
Language
German
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Michael Sachs. 399 da es vielmehr in seinem vollen Glanze und seiner ungetrübten Lauterkeit dargestellt werden sollte ... .« »Von der Aufklärung und Helle des Geistes, glaubte ich, müßte der Geist das Zeugnis geben, in dem gelehrt wird, nicht aber die Lockerheit der Grundsätze oder deren gänzliche Abwesenheit; von dem Licht e — das Streben, in dem Gotteswörte den Ansprüchen der Wahrheit und Erkenntnis Genüge zu tun; von dem Fortsch ritt e — nicht die Entweihung und Verwerfung der alten heiligen Verpfiichtungen, sondern die sich mehr und mehr bewährende Überzeugung, daß eine jede Zeit mit ihren, wie sehr auch veränderten Ansichten, Bedürfnissen, Menschen, Kenntnissen und Neigungen doch in dem aiteii Gottesworte ihre Befriedigung und Tröstung finden könne . . »Es ist unsere Aufgabe in der Gegenwart, es ist das untrügliche Zeichen veredelnder und tieferer Bildung in unserer Mitte, daß wir das Altertum Israels im Lichte dieser Bildung erkennen und durchdringen, daß wir unsere Gaben und Kenntnisse in den Dienst Gottes und seiner Lehre stellen, daß wir aus dem alten, ewig frischen Strome in die neuen Schalen schöpfen und den labenden Trunk dem Durstenden reichen.« In diesen Worten finden wir auch die religiöse Anschauung, die das ganze Leben von Michael Sachs durchzieht, von der aus er die jüdische Vergangenheit betrachtet, und nach der er in den religiösen Kämpfen seiner Tage seine Stellung einnimmt. Ihm widerstrebt die damals auftretende Reformtätigkeit, die der ganzen seitherigen Ent- Wickelung absprechend und vielfach feindselig sich gegenüberstellt und willkürlich ein Judentum nach ihren Gedanken und nach den Anschauungen der Zeit sich zu schaffen versucht Er wendet sich dagegen,• daß man das Judentum in »Schema jisroel verdünne und diesen Extrakt als die Essenz bezeichne.« Ihm ist es ein religiöses Gebilde, das »seit Jahrtausenden in lebendiger, kräftiger Selbständigkeit zu einer Literatur, die immens und vielseitig ist, wie nur irgend eine — und zu einer konsequenten Lebensansicht sich herausgearbeitet« hat, und er verlangt, daß man in seine Spuren eintrete und es mit seinen Kräften weiter bilde. Ihn drängt es, »Geist und Leben, ein höheres ideales Moment überall zu erkennen, das Erkannte auszusprechen,

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