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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 400

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 400 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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400 Michael Sachs. das Judentum in seiner Macht und Würde als eine Anleitung zu dieser höheren Fassung des Lebens darzustellen, seine Institutionen als Ausdruck seiner Ideen, seine Geschichte in ihrer belehrenden, erhebenden Macht, seine Gottesmänner in ihrer tiefgeschöpften, tief ergreifenden Kraft, seine Bedeutung für die Gegenwart, die der Gegenwart für uns zum Bewußtsein zu bringen«. Dieses große inhalts- und bedeutungsvolle Programm stellt er sich selbst in einem Briefe an seinen Freund Veit auf1), und es hat seine Studien, seine wissenschaftliche und seine rabbinische Tätigkeit geleitet. Für seine S t u d i e n auf diesem großen Gebiete ist für Sachs Prag zu einer zweiten Schule geworden. Sie hatten seither hauptsächlich der heiligen Schrift und der klassischen Literatur gegolten. Mit dem Talmud hatte er sich wohl auch beschäftigt, ohne jedoch tiefer in ihn einzudringen. Das aber wurde für ihn in Prag zu einer Notwendigkeit. Prag war damals noch eine Stätte weitverbreiteter rabbinischer Gelehrsamkeit Noch lebten dort Schüler des großen Meisters R a bbijecheskel Landau, und nicht wenige Gemeindemitglieder, Geschäftsleute der verschiedensten Art hatten ein ansehnliches rabbinisches Wissen und pflegten es eifrig weiter. Ihr Beispiel mußte auch für Sachs bestimmend werden. Mit regem Fleiße versenkte auch er sich jetzt in dieses Studium, das ihn fortan in immer steigendem Maße beschäftigen sollte. Es wuchs ganz besonders unter der Einwirkung von S al 0 m 0 L ö b R ap 0 p o r t, der im Jahre 1840 als Rabbiner nach Prag berufen wurde. Er ist einer der Schöpfer der neueren jüdischen Wissenschaft, der nach dem Beispiele seines Lehrers Nach man Krochmal die Zeit-, Lebens״ und Kulturverhältnisse der verschiedenen Geschlechter, die im Talmud uns entgegentreten, zu erforschen suchte, aus zerstreuten Notizen der nachtalmudischen Zeit die Lebens״ *) Brief vom 17. März 1840. Briefvvechsel, S. 35 ff.

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