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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 397

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 397 (sequence 13)
Language
German
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Michael Sachs. 39r seinen Predigten die ganze heilige Schrift aufgeschlagen vor seinen Augen, von allen Seiten her strömen ihre Worte ihm zu und geben seinen Darlegungen Kraft und Weihe.. Er erfaßt den tiefsten Sinn ihrer Bestimmungen, die alten Gestalten werden vor ihm lebendig und enthüllen ihm, was ihr Herz bewegt hat. Und was er auf andern Gebieten gefunden, aus den neuen Geistesströmungen sich angeeignet hat, das verbindet sich in ihm leicht und flüssig mit seinen, aus den Quellen der heiligen Schrift geschöpften Gedanken und Empfindungen. Er findet dafür auch in dieser die verwandten Anschauungen und weiß aus ihr in oft überraschender Weise Sätze anzuführen, die auch dem neuen Gedanken einen biblischen Ausdruck verleihen. So bildet sich in ihm eine Welt- und Lebensanschauung, die den Überzeugungen, des Israeliten, wie dem Streben und den Zielen des modernen, Menschen zu entsprechen vermag. Sie baut sich auf auf einer umfassenden allgemeinen Bildung, von der uns sein Briefwechsel mit Veit mehrfach Zeugnisse bringt1). Die platonischen Dialoge, Shakespeare und Goethe erquicken ihn in seinen Mußestunden. Und mit steigender Bewunderung versenkt er sich in das Werk Wilhelm von Humboldts »über die Kawisprache« und; insbesondere in dessen Einleitung »über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues und ihren Einfluß auf die geistige Entwickelung des Menschengeschlechts.« Er ist vertraut mit den Gedankengängen Hegels und verfolgt mit großen Erwartungen die Wirkungen des Buches von David Friedrich Strauß, über »das Leben Jesu«. Die verschiedenen, literarischen und poetischen Zeiterscheinungen begleitet er aufmerksam, und auch rein künstlerischen Produktionen, wie den Konzerten von Lißt, widmet er begeisterte Schilderungen. Aus diesen mannichfaltigen und bedeutsamen Anregungen, gewann er das Verständnis für die die Zeit bewegendem ף S. 16. 24 33.

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