Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Michael Sachs
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 10)
- Language
- German
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394 Michael Sachs. bezog, da war es das Studium der Philologie, dem er sich widmete. Die Vorlesungen von August Boeckh zogen ihn vor allem an, und mit großem Eifer beteiligte er sich auch an den Arbeiten des philologischen Seminars. Daneben hörte er Vorlesungen in den orientalischen Sprachen, und in der Philosophie diejenigen von Schleiermacher und Hegel. Nach drei Jahren beschloß er seine Studien mit dem Examen pro facultate docendi, dem sogenannten Oberlehrerexamen. Aber jede Aussicht auf eine Anstellung im staatlichen Schuldienst war den Juden in dem damaligen Preußen verschlossen. Sachs erlebte darin die gleiche Enttäuschung wie mehrere andere seiner Glogauer Landsleute, die gleich ihm später auf andern Wegen zur Geltung und Anerkennung kamen, so der klassische Philologe Eduard Munk, 1803 geboren, der Verfasser einer Geschichte der griechischen und der römischen Literatur, wie der Metrik der Griechen und der Römer, Werke, die auch in's Englische, Russische und Spanische übersetzt wurden. Sein Verwandter, S alomon Munk, ging nach Paris, veröffentlichte dort grundlegende Arbeiten über die jüdischen und arabischen Philosophen des Mittelalters, gab zum erstenmale das arabische Original des bedeutendsten jüdischen religionsphilosophischen Werkes, des. »Führers der Verirrten« von Maimonides, heraus und verlor über dieser Arbeit das Augenlicht. Er wurde gleichwohl als Nachfolger Renans zum Professor der hebräischen Sprache an das College de France berufen und starb als Mitglied des Institut de France. Ein dritter Landsmann* Zeit- und Schicksalsgenösse von Sachs war Joseph Zedner, der seine umfassende Kenntnis des gesamten jüdischen Schrifttums später als Kustos beim britischen Museum in London verwerten konnte1). *) Vgl. über diese Männer und die religiösen und Bildungs- Verhältnisse der Juden in ihrer Vaterstadt Glogau die Einleitung M. Br an ns zu den von ihm herausgegebetien nachgelassenen