Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Michael Sachs
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Michael Sachs. 393 des Judentums bezeichnen. Sie hat, wie alle Renaissance- Zeiten, nicht die Ziele erreicht, denen sie nachstrebte, nicht die Hoffnungen sich verwirklichen gesehen, von denen sie erfüllt war. Trübe und stürmische und — was vielleicht noch schlimmer war — Jahre der Mattigkeit und der stumpfen Gleichgiltigkeit sind denen des Aufschwungs gefolgt. Aber sie ist und bleibt der Ausgangspunkt der neuen Zeit im Judentum, die Zeit, in der die neuen Wege gebahnt wurden, die wir weiter zu gehen, diejenige, in der die Saaten neuer Erkenntnisse gesät wurden, an denen wir weiter zu arbeiten, die wir zur Reife und zur Ernte für künftige lebens- und inhaltvolle Zeiten des Judentums zu bringen haben. 3. Zu den markantesten Erscheinungen dieser neuen Zeit gehört Michael Sachs. Die alte, wie die neue Bildungswelt haben beide an ihm ihren Anteil, und beide haben in ihm eine glückliche Vereinigung geschlossen. Das alte Judentum hat er voll und rein noch da in sich aufnehmen können, wo es stets seine stärksten Wurzeln und seine segensreichste Kraft besessen hat, im Elternhause, in der Atmosphäre eines glücklichen, durch Gottesfurcht, Pflichttreue und gegenseitige Liebe geweihten, durch heilige Gebräuche, gute und fromme Handlungen religiös erhobenen Familienlebens. Seine Familie führte mit Stolz ihre Abkunft und ihren Namen auf einen Vorfahren zurück, der als Märtyrer bei einer Judenverfolgung gefallen war1). Sein Vater war ein kenntnisreicher Kaufmann, der ihn selbst schon frühe in das Verständnis der Bibel, wie auch der Anfangsgründe des Talmud einführte. Dieses Studium setzte der Knabe sodann unter andern Lehrern mit steigendem Interesse fort. Zugleich besuchte er das evangelische Gymnasium seiner Vaterstadt. Dort gewann er eine besondere Neigung zu den alten Sprachen, und als er im Jahre 1828 die Universität Berlin .זק״ש זרע קדש שטענדאל ף