Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 19)
- Language
- German
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362 Die Voraibeiten für die badische Judengesetzgebung. hingearbeitet, haben für Arme eine zahlenmäßig festgesetzte Schutzaufnahme erwirkt1), wie auch damals schon die Armenpflege mustergiltig geregelt war. Hierauf hinweisend, sei noch bemerkt, daß einzelne, durch weiten Blick und Glück in geschäftlichen Unternehmungen ausgezeichnete Männer in Verbindung mit hohen Staatsbeamten — sie hatten Lieferungen für die Armee übernommen — gekommen waren und als Hof- oder Oberhoffaktoren oder Hofagenten die Gunst des Kurfürsten erwarben. Selbst Ärmere erhalten Hoftitel, wie der Hofgraveur und Steinschleifer Josel Benjamin, der im Irrenhause 1805 starb. Aron Seligmann hatte am 28. Juni 1799 für sich und seine Familie das Bürgerrecht erhalten. Viele, auch in Heidelberg (Zimmern), Schwetzingen (Rafael), erstrebten nun dasselbe. Sie hatten eben nicht am Kleinhandel festgehalten. 1783 steht es mit der »Grenaden fabrike« des Lazarus Goldschmitt in Frankenthal nicht gut. Ebendort erbitten 1791 die Gebrüder Mayer freies Patent als Musikanten. Die Gemeinde, wie die Landjudenschaft hatte Vermögen. So wurden die Vorschlage, welche für die Weiterentwickelung der Gesetzgebung für die Pfälzer Juden gemacht waren, von maßgebender Einwirkung auf die badische Gesetzgebung. Am 20. Mai 1799 hatte der Kurfürst Maximilian Joseph, des von den Juden hochverehrten Karl Theodor Nachfolger, durch ein Reskript Vorschläge über die Anzahl der künftig zu erteilenden Schutzbriefe und über die »Veredelung der Juden« eingefordert. Über den ersten Punkt waren die Behörden bald einig. Sie setzten die Zahl auf 5 jährlich herab. Dagegen konnten sie zu keinem Entscheid kommen, wie gebessert werden solle. Da wurden die Oberämter, die 0 Für eine jährliche Recognition seit 25. Januar 1770 zehn Blankoschutzbriefe. Auch Aron Seligmann hatte bei Begründung der Fabrik in Leimen das Recht erhalten, jährlich 4 jüdische Familien vom Schutzgeld frei zu machen. 1784 verzichtet er auf dieses Recht, und dafür werden seine Mutter und seine drei Brüder gleich ihm schutzfrei und von allen Judenschafiskonzessioncti ausgenommen.