Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 18)
- Language
- German
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Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. 361 andere Vorschläge spricht Holzmann sich aus und schließt mit § 124: Man möge sich durch die Schwierigkeiten nicht abschrecken lassen. Der Anfang muß einmal gemacht werden. Was er angeregt, entspricht den Gesinnungen des besten und aufgeklärtesten Regenten. Wenn nicht alles, solle doch wenigstens etwas davon durchgeführt werden. (Karlsruhe, Februar und März 1801.) Im Jahre 1803 war ein großer Teil der Rheinpfalz mit Mannheim und Heidelberg an Baden gefallen. Besonders die Mannheimer hatten sich eine andere Stellung errungen, als die Juden der Badischen Lande. Wohl hatten sie die von ihnen seit 1660 an der Hauptstraße gebauten Häuser1) an Christen verkaufen und in Nebenstraßen ziehen müssen. (Konzessionserläuterung von 1765). Infolge der Schriften Eisenmengers war Haß und Verachtung gegen den Talmud emporgeschossen, der sich auch in Verordnungen der Regierung Ausdruck schafft; allein die tüchtigen, geschäftskundigen Männer und die geregelten Einrichtungen der Gemeinde (auch die Landjuden bildeten einen Körper, der eine Zentralleitung und Kasse hatte) hinderten das Hinuntersinken in die Tiefe. 1784 hatte der Kurfürst in einem amtlichen Erlasse gefordert, daß die Juden als »Handelsleute und Mitmenschen« behandelt werden sollen. Sie haben bei den Verhandlungen wegen der Konzession und ihrer Erläuterung immer auf Erweiterung ihrer Rechte ג) Gothein, Mannheim im ersten Jahrhundert seines Bestehens^ erzählt S. 159, daß reichlich 1/4 aller Häuser, und die besten an den Hauptstraßen, von den Juden gebaut worden sind. Als eifriger und guter Bauherr wird DV. Hayum genannt, Sie betrieben allerlei Handel und Gewerbe en gros und en pariie wie auch die Handwerke gleich anderen Bürgern. 1685 gab es unter 84 Familien 12 jüdische Metzger. Vgl. auch Loewenstein »Geschichte der Juden in der Kurpfalz« bes. S. 236 (unter 225 Familien waren 1761 18 Hoffaktoren, 2Ö Rabbiner und deren Witwen, 24 Klausangehörige, 107, die das ganze Schutzgeld zahlten) 1756 wohnten da 16 Krämer, die mit Zitz, Cotton und Leinwand handeln. (Loewenstein 233.)