Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. 347 bilden sie einen heimlichen Staat unter sich. Und doch wäre es ein Unglück für den Staat und die Juden, ihren Zustand zu ändern. Der Vater dieser fortan immer wieder ins Feld geführten Anklagen ist Eisenmenger. Gegen Friedlaenders Sendschreiben an Teller wird behauptet, daß im Wesen der Religion der Hauptgrund der Einschränkung liegt, daß sie überall zu Hause und doch fremd seien. »Nur »philosophisch denkende Juden, die einen hohen Grad »intellektueller und moralischer Kultur erreicht haben, oder »solche, denen es mit ihrer väterlichen Religion überall »nicht Ernst ist, machen Ausnahmen.« Als bestes Mittel die Juden von ihren (Religions- und Volks)vorurteilen äbzubringen, empfiehlt Holzmann die Teilnähme an den bürgerlichen Rechten und Verbindlichkeiten. »Der Staat hat sich nicht darum zu kümmern, wie die Juden »es mit ihren religiösen Meinungen halten, wenn sie nur »als dessen Bürger ihre Pflicht tun, und daß sie dieses tun, »dazu hat der Staat die wirksamsten Mittel in Händen.« Wohl sind die Juden eine eigene Religionsgesellschaft gleichwie die Christenbeim Aufkommen der christlichen Religion in den weiten römischen Staaten es wären, aber ebensowenig wie jene ein eigenes Volk. Sie sind gleich den Kathoiiken im protestantischen Staate. Da sie nicht eine eigene Menschenrace sind, haben Klima und Nahrungsmittel in Jahrtausenden ihre »orientalische Natur« umgeschäffen. Sie waren Ackerbauer in Palästina und Handwerker in Babylonien, so hat die starke Einschränkung, nicht ihr Temperament Schuld am Wuchergeiste. »Ist denn der christliche Handelsmann, der zwanzig und mehr Prozente auf seine Waren schlägt, weniger Wucherer als der Jude, der von seinem Gelde zehn vom hundert nimmt?« Der systematische Haß der Juden gegen die Christen ist »eine offenbare Chimäre«, von Eisenmenger und Kon- Sorten erfunden. Gerade umgekehrt sind sie bei dem größten Teile der Christen verhaßt. Wenn der Staat sie als seine