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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 340

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 340 (sequence 13)
Language
German
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340 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter• Es entsprach der Wichtigkeit der Verhandlungen in der Hochschule, daß gewisse Titel und ehrende Ausdrücke den Bevorzugteren beigelegt wurden, die aber sicher nicht streng dem Worte nach aufzufassen sind. So der Ausdruck »Sanhedrin«1 2), und ferner die Bezeichnung 3החכמים הסמוכים), da es bekanntlich außerhalb Palaestinas keinerlei Ordination gab3), ebensowenig wie die Oberhäupter der Lehrhäuser sich eine Verkündigung des Neumondes zu proklamieren erlaubten. Vielmehr sind diese Ausdrücke nur in übertragenem Sinne aufzufassen. Die Bezeichnung Sanhedrin mag daher entstanden sein, daß die eigentlichen Gelehrten, 70 an der Zahl, mit dem Rosch-Jeschiba, die auch das ehemalige Sanhedrin bildende Anzahl von 71 erreichten4). Das eigentliche Gelehrtenkollegium bestand also aus 70 Chachamim, die in 7 Reihen zu je 10 Mitgliedern saßen. Die erste Reihe, genannt דרא קמא wurde von sieben ראשי כי^ה und drei חברים besetzt, deren Würde erblich war. Jeder der erstgenannten, die auch Allufim genannt wurden, hatte je zehn der weiteren sechs Reihen unter sich5). Die. drei Chaberim waren wohl nur »Genossen« aus der Zahl der anderen Gelehrten, um die Zahl zehn auszufüllen6). Tätigen Anteil an der Entwickelung des zu behandelnden 4) Vgl. Die genannten Responsen Amram’s und Zemach b. Salomos. 2) Vgl. Das genannte Responsum Amrams• 3) Vgl. Die Ausführungen von S. P. Rabbino witz im Anhang zu derhebr. Uebersetzung von Graetz Bd. V., דברי ימי ישראל Bd. III, S. 491—492 und Halevy a. a. O. 4) Ueber den Ausdruck סנהדרין und seine Anwendung in der gaonäischen Literatur vgl. auch Halevy a. a. O. S. 219. 5) Vgl. Nathan ha-Babli im Juchasin S. 124b; Neub. S. 87. Graetz S. 400 spricht merkwürdigerweise von 70 Allufim, während offenkundig Nathan die Resche-Kallah mit den Allufim identifiziert. 6) Vgl. S. P. Rabbinovitz a. a. O. S. 492 u. Halevi a. a. O. S. 222 Anm. 18. Daß die חברים den Resche-Kallah oder Allufim gleichstanden, geht aus der Bemerkung Nathans betreffs der Erblichkeit ihrer Würde hervor.

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