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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 337

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1908-01-01
Page
Seite 337 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 337 in Vertretung des Gaon, einmal fast ganz in seinem Stile einen Bescheid an eine auswärtige Gemeinde erteilt1). Ob er aber mit dem in der gaonäischen Literatur vielfach genannten Ab ״Bet-Din identisch ist, wäre doch wohl, trotz Brülls Ausführungen2), nicht anzunehmen. Dieser אב ב״ד stand dem besonderen Gerichtshof des Gaonats vor, dessen ausdrücklich Erwähnung geschieht, mit der Bezeichnung באבא למתיבתא, weswegen er auch den Titel דייגא די בבא führte3). An der Hochschule selbst scheinen zwei Gerichtshöfe bestanden zu haben, indem der אב ב״ד an seinem sogennannten שעד הישיבה die einlaufenden Rechtssachen verhandelte, und vielleicht die Entscheidung zur Begutachtung oder Zwecks Apellation einer vom Gaon selbst entweder ständig geleiteten oder a d hoc berufenen Gerichtskomaber niemals die Wurde eines Gaon bekleidet hat. (Vgl. über diesen Lazarus a. a. O. S. 178 sub. XII.) J) Vgl. das zuerst von Dukes im Ben-Chananja IV, und dann von Hark. a. a. O. veröffentlichte Responsum, das derselbe Oberrichter nach Kairuan ergehen ließ. Merkwürdig ist, daß er sich der gleichen Segensformel, wie der Gaon Amram, und fast der gleichen Anordnung der Kollegialmitglieder bedient. (Vgl. Luzz. a. a. O. u. Resp., ed. Lyck, a. a. O.) Auf die Bedeutung des R’Zemach weist auch hin, daß er in den Halachot Gedoloth, ed. Hildesheimer, als ריש מתיבתא bezeichnet wird, vgl. dort S. 188, (Laz. a, a. O. sub. Nr. XI), falls dies nicht ein Irrtum ist, wie in Resp. ed. Hark. Nr. 544 S. 267, wo es heißt: וכן אמר רב צמח נ א ל ן בן ד שלמה דיאנא דבאבא.; 2) a. a. O. S. 35—6, Anm. 42. 8) Dieser Ab-Bet-Din stand in innigster Beziehung zum Gaon, ־und war in den meisten Fällen sein Nachfolger. Wenn R’Josef b. Ghija im Scherirabrief (ed. Neub. S. 38) bald Ab-Bet-Din, bald Dajan di Baba genannt wird, und diese Bezeichnungen gleicherweise von Hai gebraucht werden (vgl. Brüll a. a. O. S. 35), so ergiebt sich hieraus, daß es sich hier um den Vorsitzenden des gaonäischen Gerichts, des באבא למתיבתא (vgl. Hark. a. a. O. Nr. 556 S. 277), handelt. Zum Ausdruck באבא למתיבתא vgl. auch Harkavy Nr. 178, S. 76. Besonders aber zu Hai’s Zeit, beim Absterben des Exilarchats, hat «s bei diesem kein Gerichtshof mehr gegeben. Monatsschrift, 52. Jahrgang. 22

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