Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 7)
- Language
- German
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334 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. ■' ■II. Das gegenseitige Verhältnis zwischen Exilarchat und Gaonat und die Lehrverfassuag der Metihtas1).!. Exilarchat und Gaonat. Die überall wahrzunehmende Erscheinung, daß weitliehe und geistliche Macht miteinander in Konflikt kommen, konnte auch innerhalb der Judenheit, obgleich die gemeinsame Abhängigkeit auf ein gutes Einvernehmen gebieterisch hinwies, nicht ausbleiben. Gerade in der Gemeinschaft, wo von jeher der Grundsatz : »Wissen ist Macht« in Ehren gehalten wurde, wollte die Behörde, deren Obhut Israels kostbarstes Gut und einzige Macht anvertraut war, sich ihr Recht nicht schmälern lassen. Scherira berichtet uns wiederholt von ungeziemendem Vorgehen der Rosch-Gola’s gegen die Geonim und dem Versuch, Gewalt gegen sie anzu wenden, was ja am stärksten in dem Streit zwischen Saadia und David ben Sakkai sich zeigte. Einmal berichtet er uns, daß in der Perserzeit und am Anfang der Araberherrschaft die Exilarchen hart gegen die Oberhäupter der Lehrhäüser waren, da sie in ihrer Herrschsucht durch die ihnen von dem Machthabern gebotenen großen Summen bestärkt wurden2). An einer anderen Stelle sagt der Gaon, daß ihm bis zum Jahre 1000 der seleuzidischen Aera die Ordnung der Oberhäupter des Lehrhauses zu Sura nicht genau bekannt ist, wegen der vielen seitens der Exilarchen vorgekommenen Chikanen, die diese ein- und nach Gutdünken absetzten3). Späterhin, als das Exilarchat selbst immer mehr 0 Vgl. Graetz V8, S. 118-125 u. Note 13, S. 395-400. 2) Vgl. Scherira, ed, Neub. S. 33 u. ed. Goldberg im חופש מטמונים S. 37. Nach letzterem ist hinter לריש גלותא noch hinzuzufügen: שלטנותה דדוד, נסב לד, בדמים מן מלכי ישמעאל♦ Das S’jucbasin ed. Krakau s. 117a hat: רדוד זבנין ליד לראש גליותית 3) So ist jedenfalls der Sinn der Worte im Scherira-Brief, deren Wortlaut in den einzelnen Edd. variiert. Während Juchasin (ed. Krakau 118a) liest: תופכתאונטורתא hat ed. Goldberg S. 39, 2. 3 v.