Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 6)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 333 lästigung durch die Fliege sehr imponierte, ihn in sein Amt einsetzte. Er zog ihn an seinen Hof und gab ihm die Tochter des von ihm bezwungenen persischen Herrschers zur Gattin. Bostanai, der Sproß des davidischen Hauses, beging nun den ebenso törichten, wie sonderbaren Schritt, diese Heidin zu ehelichen, und zwar als einzige Gattin, so daß er nur von ihr Nachkommenschaft hatte. Von dieser Ehe entstammen An an, Boas(?)1) und die Familie des Sakkai2) in Bagdad, und einige Sprossen auch in Andalusien. Die wirkliehen Nachkommen des davidischen Hauses werden zum Unterschied von ihnen בני מהתא genannt; sie seien bei den Leuten von Babel ebenso beliebt, wie jene wegen der Verunreinigung des davidischen Stammes verhaßt. Wir haben hier wahrscheinlich den Bericht eines dem Hause Scheriras nahestehenden Schreibers vor uns, da auch dieser Gaon jede Gemeinschaft mit der Familie Bostanais von sich weist3); während jedoch nichts diesen und seine Nachkommen Verunglimpfendes äußert, geht jener weit über ihn hinaus, und während die Responsen der Geonim uns noch von anderen rechtmäßigen Söhnen Bostanais melden, will diese Mitteilung wissen, daß der Exilarch mit der Heidin allein eine ungesetzmäßige Ehe geführt hat, und sucht seine Familie durch die Zugehörigkeit des Stifters des Karäertums und des selbst- und herrschsüchtigen David ben Sakkai zu diskreditieren. *) Wer mit Boas, im Text בועז, gemeint ist, kann ich nicht feststellen. 2) Hierunter sind sicher die Nachkommen des Saadia feindseligen David ben Sakkai gemeint. 3) Vgl. oben S. 332.