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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 310

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1908-01-01
Page
Seite 310 (sequence 9)
Language
German
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3)0 Die falmudisehe Literatur der letzten Jahre. Rabbinowicz für seine Dikduke Soferim es getan, kann dem in Wilna wohnenden Verfasser nicht zum Vorwurf gemacht werden. Wilna hat nicht die literarischen Hilfsmittel Berlins und Münchens. Auch daß manche Druckwerke, die nicht direkt zum Suchen von Talmudvarianten einladen, von Ratner nicht berücksichtigt wurden, ist erklärlich. Unerklärlich aber ist es, warum Ratner selbst die von ihm gekannten und benützten Werke nicht gehörig.ausgenützt hat. Die nicht eigentlich halachische Literatur ist überhaupt nicht berücksichtigt worden, und doch hätte. Ratner auch in dieser Literatur manches für seine Arbeit Nützliche finden können. Es ist selbstverständlich, daß hier Ratners Sammlung nicht ergänzt werden kann, das wäre vielleicht auch eine השגת גמל. Es muß aber die Richtigkeit meiner Behauptung durch einige Beispiele bewiesen werden. S. 4 wäre folgende Stelle aus ז כ ר רן ברית לראשונים, Berlin 1892, S. 120 anzuführen gewesen: בספר אבי״ה.מצאתי ששמע בשם .ר׳ יהודה חסיד כוגבים שעומדים סדורים שלשה זה תחת זה, כך היה מפרש הא דאמרינן.בירושלמי בריש מסכת ברכות כמה כוכבים יצאו ויהיה לילה ד פנחס אומר ככב א׳ ודאי יום שתים ספק שלשה ודאי לילה, ואסיקנא הדתמר באילין דלית ארחיהון למתחמי ביממא ברם באילין דארחיהון למתחמי בימטא לא טשערינן בהו, אמר ר׳ יוסי בר אבין ובלחוד דתהמון תלתא ככביא כדמות חד כוכבא, ולי נראה שעומדים שלשה כחצובה. Diese Stelle ist in vielfacher Beziehung wichtig: 1. wegen ihrer Lesarten und der mitgeteilten Erklärungen. Auf Grund der zweiten Erklärung, der Rabiahs, sind wir berechtigt azunehmen, daß כחציבה in dem Zitat aus R. Jerucham keine »neue Lesart« ist, sondern bloß Erklärung. 2, stammt die Stelle aus dem Rabiah, der bekanntlich, und was auch Ratner im Vorwort zu Berachoth hervorhebt, die wichtigste Quelle für Jeruschalmivarianten ist. 3. erfahren wir aus dieser Stelle, daß auch Rabiah einen punktierten Jeruschalmitext gehabt. 4. ist philologisch interessant die Zusammenziehung von הדא דתיטר in הדתמר und dje Aussprache dieses Wortes. Das. Vgl. Orchoth Chajjim I, ק״ש N. 4.

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