Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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308 Die talmudische Literatur der letzten Jahre. hat. Umso wichtiger und verdienstlicher ist eine Sammlung von Jeruschalmilesarten aus den Schriften der älteren Autoren, wie sie uns in dem Werke Ratners vorliegt. Der Vergleichung ist der Text der ed. pr. Ven. 1524 zugrunde gelegt. Zuerst werden die Lesarten der Drucke Konst. 1562, Amst. 1710 und Mainz 1878, die auf verschiedene Handschriften zurückgehen, und dann die Zitate zusammengestellt; auch einige handschriftliche Fragmente sind benützt worden. Die Parallelen in Babli und Jeruschalmi werden fleißig, aber nicht immer in genügendem Maße, herangezogen. Neben den Varianten werden auch Erklärungen aus älteren und jüngeren Werken mitgeteilt. Die Bemerkungen und — bei schwierigen Stellen — Ausführungen Ratners selbst sind größtenteils zutreffend, oft auch trefflich. Ratner folgt dabei dem Beispiele Rabbinowicz’s in seinen Dikduke Soferim. In einem, und! zwar nicht unwesentlichen Punkte weicht aber Ratner von sejnem Vorbilde ab, nicht zum Vorteil seines Werkes. Während in den Dikduke Soferim zu jedem Wort die Varianten mitgeteilt werden und daher die Differenz auf den ersten: Blick erkannt wird, kann man aus Ratners Anführungen erst nach einiger Anstrengung die Abweichungen erkennen, da aus unserem Jeruschalmitext bloß die Anfangsworte der Stellen, die Zitate hingegen vollständig angeführt werden. Dies ist zwar für den Autor bequemer, beeinträchtigt aber die Brauchbarkeit des Werkes. Daß der Jeruschalmitext nicht vollständig äbgedruckt wurde, entschuldigt Ratner mit der Größe der Druckkosten, es hätte aber ohne Vermehrung, ja vielleicht sogar mit Verminderung der Druckkosten dadurch eine leichte Übersichtlichkeit erzielt werden können, weriri zu jeder Zeile die Lesarten mitgeteilt worden wären, etwa nach folgendem Muster. Anstatt z. B.: פ״א ה״א בטשנה נכנסין לוכל בתרומתן. בד׳ קונשטאנטינא לאכול בתרומתן וכן הוא בד׳ מגנצא, . kann es viel kürzer heißen: