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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1908-01-01
Page
Seite 307 (sequence 6)
Language
German
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Die talmudische Literatur der letzten Jahre. 307 An diese nicht beabsichtigten Beiträge zur talmudischen Textforschung aus dem 10. und 18. Jahrhundert reihen wir mit besonderem Vergnügen ein für die talmudische Textforschung in hohem Maße wichtiges Werk eines modernen Gelehrten. Ich meine B. Rainers, des gelehrten Herausgebers des Seder Olam rabbah, Variantensamm- Jung zum jerusalemischen Talmud1), von welcher bis jetzt die Traktate: Berachoth, Sabbath, Terumoth und Chailah, Schebiith, Kilajim und Ma’assroth erschienen sind. — Unser Jeruschalmitext ist nicht bloß unvollständig2), sondern auch äußerst verderbt Es ist keine Übertreibung, wenn Ratner im Vorworte zu Berachoth sagt, daß fast keine Zeile des gedruckten Jeruschalmi frei ist von Kopisten- und Druckfehlern. Der Grund dafür ist die stiefmütterliche Behandlung des jerusalmischen Talmud seitens der mittelalterlichen Rabbinen. Daher erklärt es sich, daß nur eine einzige Jeruschalmihandschrift, ms. Leyden, sich erhalten 1) אהבת ציון וירושלים♦ Ahawath Zion we-Jeruscholaim. Varianten und Ergänzungen des Textes des Jerusalemiscöen Talmuds nach alten Quellen und handschriftlichen Fragmenten ediert, mit kritischen Noten und Erläuterungen versehen. Von B. Ratner-Wilna. 2) Beispiele von Jeruschalmizitaten, die in unseren Texten fehlen, an mehreren Stellen der Ratnerschen Sammlung. Mehrere solcher Anführungen hat schon H. Chajes in seinem Imre Binah, Zolkiew 1849, zusammengestellt, dann Dembitzer in seinen Glossen zum Rabiah, besonders in den Ergänzungen zu S. 7, 29; Reifmann in Magazin V, S. 64 (aus Manhig). Bei Ratner fehlt jedoch dieser Hinweis. Vgl. noch Epstein in Ha-Maggid 1902 S. 360, 384; Jerusalem VII. S. 149 f.; W. Rabbinowicz, Jerusalem ibid. 158 ff״; Buber ibid. 290 ff. Das Thema ist aber noch nicht erschöpft. Auffallend ist es besonders, daß Frankels Kommentar zu Jerusch. Berachoth nicht erwähnt wird. Eine andere Einzelheit: S. 95 und 173 zweifelt Ratner, ob die Ascheri zugeschriebenen Tossafoth zu Berachoth das Werk R. Ascher ben Jechiels sind. Diesen Zweifel hat aber schon Rabbinowlcz, zu Berachoth S. 80, ausgesprochen; Halberstatmn und Jellinek, in des letzteren קונטרס המפרש, besonders aber Zomber in Magazin V, S. 26 ff. haben die Nichtautorschaft Ascheris für diese Tossafoth zur Evidenz bewiesen. 20*

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