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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 280

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 280 (sequence 24)
Language
German
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280 Die Satire in der jüdischen Literatur. befand, der das Heil des Judentums von der Einführung wesentlicher Reformen erwartete, mein Gleichnis. Höret nun die Anwendung. Unsere heilige Religion stellt an uns mannigfache Forderungen. Unsere Väter haben sie mit flammender Begeisterung erfüllt, die in ihren Herzen loderte. Diese Glut wurde durch die verschiedenen Satzungen und Bräuche genährt. Ihr wollt diese abschaffen und durch neue Formen ersetzen. Gebet acht, daß es Euch damit nicht so gehe, wie dem erwähnten Direktor. Wenn einmal die flammende Begeisterung für die Religion unserer Väter erloschen ist, dann hilft keine Reform mehr. »Diese Predigt ist eine Satire auf die übertriebene Reform des Judentums. Der Witz gibt der Satire zündende Kraft. Er ist auch in jeder Form, in die er gekleidet ist, der eigentliche Schlager der Predigt, wenn ihm auch der rechte Gehalt entspricht, Der berühmte italienische Dichter Immanuel Frances (1636—c. 1710) verfaßte unter verschiedenen Satiren auch eine auf solche Prediger, die mehr nach Effekt haschen, namentlich durch die Buchstabenmystik, Notarikon und Gematriot die Bewunderung der Zuhörer erwecken wollen. Die Satire ist betitelt »Dialog zwischen Rechab und Baanat (וכוח רכב ונענה, mitgeteilt von H. Brody, in seiner Ausgabe der »Hebräischen Prosodie« מתק שפתים des Immanuel Frances, Krakau, 1892, p. 18 v. Steinschn, Katalog der hebräischen Handschriften der kgl. Bibliothek n Berlin II, Nr. .56, S. 34). Ich gebe diese in gereimter Prosa verfaßte Satire in der folgenden Übersetzung wieder. Baana: Mein Herz von flammendem Zorn’ erglüht, Daß der Titel Rabbi mich nicht zieret, Wenn mein Auge einen Toren sieht, Der als Rabbi der Meng’ imponieret. Rechab: Hör’ auf meinen Rat, auf ihn acht’, In einen langen Mantel dich hülle,

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