Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Satire in der jüdischen Literatur
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 21)
- Language
- German
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Die Satire in der jüdischen Literatur. 277 Daß es sich im großen Topf verliert. Nennen ihr Land usw. Den Hausleuten wird streng aufgetragen: Wenn ein läst’ger Gast an die Tür pocht, Nach Vorschrift an verschiedenen Tagen Nur die gröbste Kost abwechselnd kocht. Am Sonntag etwas Gemüse siedet, Am Montag gibts einen Brodaufguß, Der Dienstag Zwiebel mit Knoblauch bietet, Am Mittwoch ihr Rest genügen muß. Nennen ihr Land usw. Am Donnerstag vertrocknete Linsen gebet, Doch sei diese Speise nicht zu fest, Sehet, daß ihr davon was aufhebet Damit für Freitag noch bleibe ein Rest. Am Sabbat im Essen Maß man halte; Er soll ein heiliger Ruhetag sein. Ein erbaulicher Geist an ihm walte; Man genieße wenig Fleisch und Wein. Nennen ihr Land usw. Das Schrifttum der deutschen Juden des Mittelalters bot mir fast kein Material für meine Abhandlung. Der Scharfsinn, der Witz der deutschen Juden erschöpfte sich in der spitzfindigen Erläuterung des Talmuds; die Dichtkunst stand im Dienste der Religion. Die weltliche Dichtung ergoß sich nicht wie in Südfrankreich, Spanien und Italien in breiten Strömen, sondern rieselte in schmalen Rinnsalen hin und ermangelte, wenn es sich nicht gerade um einen Purimscherz handelte, des fröhlichen Humors. Die ethischen Werke (ספרי מופר) der deutschen Gelehrten, sind vortrefflich. Ich nenne nur das »Buch der Frommen« von Jehuda b. Samuel b. Kalonymos dem Frommen, das Werk