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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 272

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 272 (sequence 16)
Language
German
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272 Die Satire in der jüdischen Literatur bei den Fürsten zu verleumden. Er warf den Predigern und Schriftstellern Mangel an gründlichem jüdischem Wissen und die Sucht zu prahlen vor. »Die genannte Schrift, sagt Zünz (a. a. Ö.), ist ein schönes Zeugnis für das Judentum, daß es niemals seine Bekenner hat in die Irre gehen lassen, daß wir in seinen Lehren stets die Mittel und den Mut zum Zurechtweisen gefunden. In dieser Schrift ist manches, was auch unserer Zeit mit Nutzen gesagt sein kann.« Eine der merkwürdigsten Satiren ist die des spanischen Dichters Anton de Montoro Ropero. Er hieß als Jude Köhen und war seines Handwerks Schneider. Nach seiner Taufe hat er sich als Troubadour berühmt gemacht und genoß großes Ansehen, aber er trat nicht wie die andern Apostaten feindselig gegen seine früheren Glaubensgenossen auf, sondern nahm sich im Gegenteil ihrer an. Nach der Einführung der Inquisition (1480), unter der die Neuchristen, die im geheimen dem Judentume anhingen, viel gelitten haben, richtete Anton de Montoro, genannt der »boshafte Köhen'«,. folgendes Gedicht an die Königin Isabella, in dem er ihr Vorstellung machte wegen der von der Inquisition geübten Strenge. (Kayserling a. a. O. S. 90, Graetz, Gesch. VIII., S. 306.) O Ropero, weh-durchzuckt, traurig, Empfindest du nicht brennenden Schmerz? Sechzig Jahre alt geworden, Zum Christen nun bekehrt, Schwur er nicht mehr beim Schöpfer Sondern leierte sein Credo ab, Verzehrte Gerichte mit Schweinebissen Mit halbgebratenen Schinkenschnitten, Messe hören; beten, Kreuze schlagen, Alles vermochte nicht die Spur Vom getauften Juden zu verwischen! Die Äugen verdreht, Und mit großer Andacht

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