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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 271

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 271 (sequence 15)
Language
German
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Die Satire in der jüdischen Literatur. 271 die Bösewichter von Saragossa an. Dem Satiriker B.onfed waren drei Dinge eigen, die seine kraftvollen Dichtungen trübten, die Streitsucht, die persönliche Gereiztheit und das Übermaß von Selbstbewußtsein. Ihm gehören mehrere scharfe Epigramme an (vgl. Geiger, Jüdische Dichtungen der spanischen und italienischen Schule, S. 52, 53) und wahr-־ scheinlich auch das folgende (vgl. den Text bei Steinschn. Hebr. Bibliogr. XIV, S. 97), das ich in der folgenden Über- Setzung wiedergebe. An einen Verleumder. Von der Biene hast du den Stachel nur, Mit dem du gerne schlägst eine Wunde. Von dem Honig hast du keine Spur, Den die Biene birgt in ihrem Munde. In derselben Zeit, in der Bonfed seine Streitschriften geschrieben hat, (1415) verfaßte Salomo Alami in Portugal ein ethisches Sendschreiben in gereimter Prosa unter dem Titel אגרת מוסר (ed. Konstant. 1609 und sonst, von neuem durch Jellinek, Leipzig 1854, von Zunz im Auszuge übersetzt in dessen gesammelten Schriften, II, S. 147). In dieser Schrift hält der Verfasser in den traurigen Verhältnissen der jüdischen Bewohner der pyrenäischen Halbinsei, den Vorboten der gegen Ende dieses Jahrhundertes eingetretenen furchtbaren Katastrophe, seinen Glaubensgenossen einen Sittenspiegei vor. Er ermahnt sie in herzinnigen und warnt sie in bitterbösen Worten. Er verspottet den Hochmut und die Prunksucht der Reichen, die ihrer armen Glaubensgenossen nicht gedenken, sich um das Gemeinwohl ihres jüdischen Stammes nicht bekümmern und gegen den Glauben ihrer Väter indifferent sind. Er tadelt die Nachahmung christlicher Sitten und Gebräuche, in denen die Kinder erzogen und ihrer heiligen, altjüdischen Sitte entfremdet werden. Er geißelt die Streitsucht der Vornehmen der Gemeinde, die aus Neid einander anfeinden und selbst davor nicht zurückschrecken, einander

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