Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Satire in der jüdischen Literatur
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 6)
- Language
- German
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262 Die Satire in der jüdischen Literatur lieh schildern wollte (vgl. Graetz, Gesch. VII. 'S. 337, 357 ff.). Ich beschränke mich auf die Wiedergabe Einiger satirischer Xenieh, die wie giftige Pfeile hin und her flogen. Einer der rücksichtslosesten Renegaten war A b n e r aus Bürgos (ca. 1270—1346), ein in der jüdischen Literatur unterrichteter Arzt, der, um bequemer leben zu können, im reiferen Alter Christ wurde und den Namen Alfons-o Burgen,sis de Valladolid annahm. Er bekämpfte das Judentum in einer hebräischen Schrift unter dem Titel »Minchäth Kenaoth«, »die Eifergabe«, und war unverschämt genüg, sie seinem frühem Freunde I saak Po 1 kar zu schicken, der mehrere Schriften zur Verteidigung seines Gläübens verfaßt hatte, (vgl. Graetz, ä. a. 0. S. 12, Geiger, a. a. O. S. 5.1). P Öl kär quittierte diese Zusendung mit den folgenden Worten: Unkeuscher Buhlereien Verdächt’ge Seele, Du bringst die Eifefgabe Von Gerstenmehle. Ich prüfe dich; die Wasser Die bitt’ren trinke, anschwelle, Der Fuß dir hinke. Abner macht sich über ihn lustig und antwortet ihm:;."■ Vermag de§ Löwen Brüllen Dich zu erschüttern, Dann, Memme, denk des jüngsten Gerichts mit Zittern/ Polkär zahlt ihm mit gleicher Münze heim, indem er ihm erwidert: Löwenbrüllen, Dräuen, Schelten Däucht mir Schafgeblöke nur; Würmer, die sich Löwen dünken, Flieh’h vör meiner Schritte Spür.