Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Satire in der jüdischen Literatur
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Satire in der jüdischen Literatur. 261 und beschreibt ganz allgemein in der Erzählung von einem Sünder den Kontrast des vergangenen sündhaften Lebens und dessen zukünftigen Qualen (תפתה ערוך Ven. 1744. vgl. Berliner in der Ausgabe von dessen Drama יסוד עולם, Berlin 1874). Die beiden Werke der genannten Dichter habe ich nur der Vollständigkeit wegen erwähnt. Ihre eingehende Besprechung gehört nicht zu meiner Abhandlung, in der ich überall in der jüdischen Literatur das satirische Moment hervorkehre. Aus diesem Grunde übergehe ich die jüdischitalienischen Schriften, die nach dem Tote Immanuels im Laufe mehrerer Jahrhunderte entstanden sind, so wichtig sie auch sonst sein mögen. Von einigen jüdisch-italienischen Dichtern aus dem 15. Jahrhundert war bereits anläßlich der Kontroverse über die Frauen die Rede. VIII. Der jüdisch-spanische Dichterhimmel hatte sich bald nach dem Tode Charisis stark umwölkt. Die Schaffenslust wurde durch die eingetretenen widrigen Verhältnisse der spanischen Juden getrübt. Diese ertrugen, wie immer, standhaft die Leiden, die über sie hereinbrachen, aber es hat auch nicht an Schwächlingen gefehlt, welche um schnöder materieller Vorteile willen dem Glauben ihrer Väter untreu wurden und, um sich den Anschein zu geben, als ob sie aus Überzeugung zum Christentum übergetreten seien, ihre früheren Glaubensgenossen in Schrift und Wort maßlos angriffen. Die Angegriffenen blieben die Antwort nicht schuldig. Zwischen den getauften und ungetauften Juden brach ein heftiger Federkrieg aus, in dem die letzteren mit den schärfsten Waffen, welche ihnen die Wahrheit bot, sich gegen die Lüge verteidigten und die Konvertiten, soweit dies den Christen gegenüber zulässig war, mit beißendem Sarkasmus durchhechelten. Ich würde den Rahmen meiner Aufgabe überschreiten, wenn ich diesen Streit, welcher der jüdischen Geschichte angehört, ausführ-