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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 191

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Josef Kohlers Darstellung des talmudischen Rechtes
Date
1908-01-01
Page
Seite 191 (sequence 7)
Language
German
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Josef Köhlers Darstellung des talmudischen Rechtes. 191 daher unrichtig, wenn Köhler diese Mischnah folgendermaßen wiedergibt: »wenn ein Laie den Tempeldienst verrichtet, wird er erdrosselt, falls er nicht zuvor durch himmlische Fügung getötet wurde«1). Daß in den Fällen, wo als Strafe »Tod durch den Himmel« statuiert wird, die weltliche Gerichtsbarkeit ausgeschlossen ist, wird auch in der Erörterung Sanhedr. 82b, die sich auf eine Satzung derselben Mischnah bezieht, als selbstverständlich vorausgesetzt2). Zu der Mischnahsatzung Sanhedr. 73a (311): denjenigen, der im Begriffe ist, ein Verbrechen gegen einen andern zu begehen, darf jedermann töten, um den Bedrohten zu retten, bemerkt Köhler: »Man hat auch, entsprechend dem Gedanken der Mehr- und Minderwertigkeit des geretteten Gutes, eine gewisse Stufenleiter angesetzt: der Mann geht dem Weibe vor, der Gelehrte dem König, der König dem Hohepriester, dieser einem Propheten usw«3). Als Quelle wird Horajoth 13a (1111) angegeben. Gemeint ist offenbar der Satz der Mischnah: der Mann geht dem Weibe vor להחיותו, worunter Köhler Lebens re־tv tung versteht Aber schon die Zusammenstellung mit »Wiedergabe des Verlorenen« verbietet להחיותו auf eine lebensgefährliche Situation zu beziehen. להחיותו bedeutet: ף S. 34. 2) Die Mischnahsatzung lautet: »Wenn ein Priester im Zustande der Unreinheit den Tempeldienst verrichtet, so wird er nicht vor das Gericht gebracht, sondern die Priesterjünglinge führen ihn aus den Tempel heraus und zerschmettern seinen Schädel mit Holzscheiten.« Die Gemara wirft nun die Frage auf; ob ein solcher Priester »schuldig ist Tod durch den Himmel«. Diese Frage wird auf Grund der Mischnahsatzungbeantwortet: w ä re e r s c h u 1 d i g durch den Himmtl, so müßte man ihn laufen lassen, bis er durch den Himmel getötet wird: דאי סלקא דעתך מחייב בידי שמים לישבקיה .דליקטל בירי שמים ף s. 34.

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