Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Im Namen ... [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 9)
- Language
- German
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170 Im Namen . , . der Septuaginta geführt Das sogenannte'Judengriechisch ist eine ebensolche Fiktion, wie das [angebliche »Judendeutsch« der Bibelübersetzung von Zunz, der nebenbei einer der besten deutschen Stilisten war. Für uns deutsche Juden kann es nicht anders als erheiternd wirken, wenn ein Schrifststeller einen Glaubensgenossen von uns in Wendüngen des A. T. reden läßt, ebenso wie umgekehrt, wenn einer von uns dafür extra belobigt wird, daß er keine Fehler im Deutschen (d. i. in seiner Muttersprache!) macht. Im täglichen Leben habe ich noch niemals einen deutschen Juden z. B. die Präposition »in« nach Analogie des hebr. ב׳ anwenden hören und wenn er noch so gut hebräisch verstand. Auch für uns Juden ist und bleibt die hebräische Sprache der Bibel — es ist nötig, dies gegenüber manchen, namentlich von neuhebräischen Schriftstellern und ihren Bewunderern genährten Illusionen nachdrücklich auszusprechen — eine tote. Wir haben durchaus kein anderes Mittel ihr nahezukommen, als bei jeder anderen toten Sprache, das gelehrte Studium, und auch wer Jahrzehnte in ihr geforscht hat, kann sich noch alle Tage dabei betreffen, wie wenig er das Hebräische lebendig versteht. Alles nachbiblische Hebräisch ist eine Kunstsprache; wimmelnd von Aramäismen, Gräcismen, Latinismen, Parsismen, Arabismen, Gallicismen, Germanismen, Slavismen und Anglicismen. Auch die namentlich von Deissmann vertretene Bemühung, die Sprache der Septuaginta möglichst zu dem in Ägypten gesprochenen griechischen Idiom zu stempeln, geht viel zu weit, obgleich ich selbst bereits vor fünfzehn Jahren und vor Deissm. (das Buch Esther bei den LXX 1890) auf das Eindringen einer Anzahl 1 e x i k a l i s c h e r Idiotismen aufmerksam gemacht habe. Aber was wollen sie gegenüber der ungeheuren Überzahl reiner Hebraismen, die nie lebendiges Griechisch waren, besagen 1 Auch H. muß schließlich zugestehen (S. 52), daß solches sv ׳reo övojxa׳™ im wirklichen Griechisch nicht existiert.