Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Im Namen ... [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829811-2829814-2888205--36044-2888267- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Im Namen . . . 167 die Übersetzung על »über« täuschen lassend, hat man allerlei phantasiert über gewisse symbolische Vorstellungen und Handlungen, die man zur Erklärung des »über« der Stadt genannten Namens annehmen müsse (auch H. S. 171 ff). Nur schade, daß sich im A. T. keine Spur davon nachweisen läßt. Wie ich an den parallelen verkürzten Ausdrücken בית ה׳ ,עם הי, ’עיר ה׳ u. s. w. bewiesen habe, heißt קרא שם על, den Namen jemandes zu etwas h i n z unennen, sodaß wir ein Status-constructus-Gebilde״ erhalten. (S. d. Ausführung bei mir. Die Stellen Dt. 3,14; 2 S. 18,18, die mir Brandt einwirft, sind i rrtü m 1 i ch von mir unter קרא שם על aufgeführt, sie gehören natürlich zu קרא על שם, so daß die beiden Absätze »Einige Male« und »Wenig anders« [S. 12, 13] umzustellen wären.) Es handelt sich also bei על, das ich das על der nominalen Abhängigkeit nannte, ebenso wie bei dem בי des syntaktischen Inhaltes lediglich um den (primitiven) Ausdruck sprachlicher Kategorien. Dieser Ausdruck ist zum mindesten nicht sonderbarer, als wenn wir sagen: ein Name »hängt« von einer Präposition, ein Satz von einer Konjunktion »ab«, oder wenn wir von syntaktischer »Über-« oder »Unterordnung« reden. Manversuche doch einmal den Satz: »in ביח ה׳ ist ה׳ von בית abhängig gemacht worden«, in biblisches Hebr ä i s c h zu übersetzen, und ich bin sehr begierig, ob man eine andere Übersetzung wird geben können, als: הבית אשר נקרא שם ח׳ עליו! Natürlich will ein Prophet uns mit einem solchen Satz nicht bloß eine grammatische Lektion geben, er will mit aller Emphase mahnen: heißt doch dies Haus: das Haus Gottes! Aber die grammatische Erklärung kann keine andere als die von mir gegebene sein. Man widerlege mich doch, aber man bilde sich nicht ein, es getan zu haben, wenn man schreibt: »eine Widerlegung dieser und verwandter Anschauungen darf ich mir ersparen«. ln der Exegese der einzelnen alttestamtl. Stellen stimmt also H. meist mit mir überein. Der Nachdruck aber, den