Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Im Namen ... [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 4)
- Language
- German
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Im Namen . . . 165* liehe Ausdruck dem Gedanken adäquat ist oder nicht. Darauf beruht ja auch die prinzipielle Berechtigung und Nötigung zu emendieren. Der umgekehrte Weg birgt die Gefahr, daß der Gedanke in das Prokrustesbett einer unzureichenden grammatischen Kategorie gezwängt wird und nicht zu seinem vollen Rechte kommt. Dieser Gefahr ist denn auch H. nicht entgangen. Er erklärt sv (ä7ri) 6v0[/.(x־׳n durch Zurückgehen auf die LXX und von da auf das Hebr. בשם unter Nennung des Namens und interpretiert danach sämtliche Stellen mit unentwegter Konsequenz, womit von vornherein vieles verdorben ist. Erst hätte der (gesamte) Gebrauch von שם im A. T. ohne alle Seitenblicke festgestellt werden müssen, dann mußte der Verf., wenn er bei seiner Einteilung bleiben wollte, die Kongruenz oder Nicht-Kongruenz der griechischen Übersetzung und schließlich das Verhältnis der neutestamentl. Ausdrücke unter sorgsamer Beachtung aller alterierenden Momente, die sich trotz des gleichen sprachlichen Ausdruckes eingeschlichen haben könnten, feststellen, was aber eben ohne vorgängige religionsgeschichtliche Untersuchung nicht möglich ist. H. könnte sich dieser methodischen Forderung gegenüber nicht darauf berufen, daß der erste Teil nicht bloß eine grammatische sondern eine sprach gesch icht-liche Untersuchung sei, denn die Sprachgeschichte ist großenteils identisch mit der Geschichte der Gedanken. Richtig ist zunächst, daß das hebräische בשם in Verbindüngen wie נבא ,דבר ,קלל ,ברך ,נשבע ,קרא (eine vollständige Aufzählung gibt mein zweites Kapitel) stets heißt: unter Nennung. Es ist das schwerste Mißverständnis Böhmers gewesen, dies nicht erkannt und daher zu unmöglichen Deutungsversuchen gegriffen zu haben. Nachdem wir beide, H. und ich, unabhängig von einander zu der im Wesentliehen gleichen Erklärung gelangt sind, dürfen wir uns wohl der Hoffnung hingeben, daß damit der bisherigen Unklarheit und Sorglosigkeit der Exegeten in bezug auf בשם ein Ende