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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 156

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre
Date
1908-01-01
Page
Seite 156 (sequence 12)
Language
German
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156 Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre. kung über JHWs angebliche Intoleranz verschiebt das Rätsel höchstens, erklärt es aber in keiner Weise. Denn wie sollte das alte Israel, welches bekanntlich einen ganz unwiderstehlichen Hang zu fremden Göttern zeigte, seinem Nationalgotte gerade die Unduldsamkeit fremden Göttern gegenüber insiuniert haben? Oder sollte schon die Spezialisierung JHWs, als des Nationalgottes Israels, ganz allein auf natürlichem Wege zum Monotheismus geführt haben? Dann hätten ja auch die Moabiter und die Ammoniter durch ihre speziellen Nationalgötter Kamo§ und Milkom ebenfalls zum Monotheismus gelangen müßten. Die Reden des Arnos und des Hosea, sowie die nach der Kritik spätestens aus dieser Zeit stammenden Erzählungen von J. und E., vor allem aber das Bundesbuch und Exod.^c. 34 machen die Annahme, daß nicht nur der ein־ fache, sondern auch der hohe ethische Mono־ theismus in der ganzen vorpr0phetischen Zeit ä 11g e m e in bek an nt, wenn a u c h n i c h t allgemein respektiert war, zur unabweislichen und zwing e n den G r u n d 1 a g e u n s e r e r r e 1 i g i 0 n s g e s c h i c h t- 1 ichen Anschauungeri v0n den Anfängen des i s r a e I i t i s c h e n V o 1 k e s1). Gegen diese Behauptung macht nun die Entwicklüngs־ theorie mit scheinbarem Recht geltend, daß das Vorhan־ 1J Der Ooü, welcher vor Arnos und Hosea von den Trägern der israelitischen Religion verehrt würde, und in dessen Namen der Prophet Nathan vor David, Ächia aus Silo vor Jerobeam I und Elias vor Ahab trat, war nicht weniger ethisch als der Gott der Schrift- Propheten. In der Hervorkehrung der ethischen Handlung über das Kultische, welches der Glanzpunkt der prophetischen Lehre ist, kam keiner der spätem Propheten über Samuels (1,16,22) ״הנד, שמו ע מזבח שוב״ hinaus. Wenn Saul alle Zauberer und Wahrsager ausrotten ließ, war da seine Religion polydämonistisch, und wenn die Dichter des ältesten israelitischen Epos יבחד־ אלחים חדשים או לחם שעדים״« singen, haben sie in einem krassen Polytheismus gesteckt?

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