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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 154

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre
Date
1908-01-01
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
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154 Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre. hätte, so würde doch Israel, gerade entsprechend der obenerwähnten kritischen Behauptung, so und so oft die Ohnmacht seines JHW erkannt haben. Nun wissen wir aber aus den authentischen Quelleny daß älle diese Bedrückühgen immer wieder eine Stärkung des Gottesbewußfseins; nicht aber dessen Schwächung oder gar UnterdrüCkürtgzur Folge■■hätten;■"■■1■■• Daraus geht nun doch mit Bestimmtheit hervor, daß die ganze von der küenen-Wellh a u s e nschen Schule h y p o s t a s i e r t e » V 01 k s r e 1 igion« nichts weiter als eine bloße Illusion ist. Ei ne s p e z i eile s e b s t ä n d i g e Vo 1 k s r e 1 i g i 0 n neben der Pr0phetenre 1 igion hat es im ä 11en Israel so wenig gegeben, wie es im heutigen .■Deutschland, ein Volkschristentum neben einen Professoren- Christentum•• gibt. Es bestand vielleicht damals^ eb e ri s0 wi e H e ute ei ne grob e V öl ksau f f a s su ng neben der reiner en Ge 1 ehrtenauffassung von ein und derselben Religion. Wenn ferner in der ganzen vorprophetischen Zeit nur die Yolksreligiön mit ihrem Totemismus, Animismus, Fetischismus und rohen Polytheismus ganz allein vorherrschend gewesen wäre und Arnos und Höseä einen vorher nie geahnten funkelnagelneuen »ethischen Monotheismus« geschaffen hätten, dann müßte doch in dieser Litteratur von irgendwelcher Überras ch uhg etwas zu merken Sein. Nun Rollen aber diese Propheteri gär nirgends eine neue Lehre bieten, vielmehr sprechen sie immer in dem׳ Tone, daß sie die wahre alte Religion im Gegensatz zu den Verirrungen ihrer Zeit, zu verteidigen suchen. Alle Religions- Stifter, welche äüfch nur ätwäs emigermaßeh Neues geboten haben, legten jeddcH stets auf ihre Neuerung das größte Gewicht Jesus und Mohmamed sprechen überall von ihrer »neuen Botschaft«. Arnos und Hosea, dagegen w 0 1 ien nirgends eine neue Wahrheit verkünden; sie appellieren

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