Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Satire in der jüdischen Literatur
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 13)
- Language
- German
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Die Satire in der jüdischen Literatur. 141 II. D i e e i 11 e F r e u d e. Nur den Freuden gilt ihr Sinn, Ihnen geben sie sich hin; Nur ein einzig Ziel sie kennen, Dem Vergnügen nachzurennen. Dies ihr Edelstes verzehrt, Ihre Würde ganz zerstört, Wenn im Kreise holder Schönen, Ihrer Sinneslust sie fröhnen. Das Herz von Begierden voll, Jauchzen sie und jubeln toll, Haschen nach eitlen Genüssen, Tanzen, schäkern, kosen, küssen. Die Leidenschaft hat gesiegt, Der Sinnesrausch bald verfliegt; In dem Schoße solcher Freuden, Liegt der Keim von herben Leiden. Kalonymos b. Kalonymos, genannt Maestro Kalo aus Arles (ca. 1287—1337), ein jüngerer Zeitgenosse des J edaja Penini, hat sich besonders durch die hebräische Übersetzung zahlreicher arabischer Schriften verdient gemacht und ist auch als Dichter bekannt, (vgl. Groß, Monatsschr. 1879, S. 470 und 541 ff. Renan, Les dcrivains fuifs S. 71 ff.). Im Jahre 1316 hat er ein arabisches Märchen, das einen Teil des 21. Traktaktes der Abhandlungen der Enzyklopädie der »lauteren Brüder« zu Lasra bildet, unter dem Titel »Epistel über die Tiere« aus dem Arabisehen ins Hebräische übertragen oder vielmehr durch mancherlei Änderungen und Zusätze umgearbeitet. (אגרת בע?*י חיים, Mantua 1557 und sonst, deutsch übersetzt von J. Landsberger, Darmstadt 1882, jüdisch-deutsch bereits durch Chanoch b. Zebi aus Hanau in Frankfurt a. M. 1718־, vgl. Stein- Schneider: »Die hebräischen Übersetzungen des Mittelalters«