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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 139 (sequence 11)
Language
German
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Die Satire in der jüdischen Literatur. Isaak hing meinem Rufe Böses an, Nur Salomo hat Gutes mir getan. So lange Gorni schafft, noch Dichter leben, Wird es aber nach mir auch noch welche geben? Wenn mein Lied zum vollen Sieg sich erhebt, Gemeines zerstört und Edles belebt, Wird’s zur Himmelshöhe empor sich schwingen Und ergreifend in alle Herzen dringen. Oder wenn's wie die Posaune erschallt, Alles von meinem Ruhme widerhallt, Erwachet in mir, ihr heiligen Söhne; Besingen will ich das Gute und Schöne. Ein neuer Geist mir, der ich schon erschlafft, Zu frohem Schaffen verleiht neue Kraft. Nun werden meines Flügelschlages Rauschen Alle mit voller Anerkennung lauschen. Gorni war ein eitler Poet, der von sich so sprach, als ob es nach ihm keine jüdischen Dichter mehr geben werde. Kaum zwei Jahrzehnte nach ihm aber hat J e d aj a b Abraham Bedarschi (vgl. oben), genannt Penini und als »der Wohlredner« (המליץ) gepriesen, durch seine zahlreichen Dichtungen alle Welt entzückt. Als achtzehnjähriger Jüngling ist er ritterlich für das schöne Geschlecht eingetreten, als reifer Mann verfaßte er sein Lehrgedicht »die Prüfung der Welt« (בח־נת עולם, deutsch übersetzt von M. Stern mit einer Einleitung von J. Weiße, Wien 1852, teilweise bereits von Mendelssohn). Der Dichter schildert die Höhe und Niedrigkeit der Menschennatur, die im Bewußtsein ihres gottentstammten Geistes himmelwärts strebt und in ihrer Sinnlichkeit von häßlichen Begierden und Leidenschäften bewegt, in die Tiefe sinkt. Er beschreibt mit den glänzendsten Farben die Lichtseite des Lebens, indem der Mensch im Gefühle seiner Einheit mit Gott die höchste Wonne empfindet, und zeigt in düsteren Farben die Nacht-

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