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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 138

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 138 (sequence 10)
Language
German
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138 Die Satire in der jüdischen Literatur. S. 309 ff., vgl. das. 1878, S. 476, 1879, S. 17 u. Les rabbins juifs, S. 719 ff.). Ich gebe eines seiner Gedichte, das er an die Bewohner von Aix gerichtet hat, die ihm keine gastliche Aufnahme bereitet haben, in einer freilich dürftigen Übersetzung wieder. Es ist nur eine Probe, an der wir erkennen, welcher Art seine Satire war, in der er dem tiefen Grolle über die Widerwärtigkeiten seines Lebens wie über den Mangel der ihm zuteil gewordenen Anerkennung Ausdruck gab. In Aix fand meine Seele keine Ruh; Man tat vor meiner Bitt’ die Ohren zu Und hat kränkend so bös von mir gesprochen, Als hätt’ durch mein Lied Schlimmes ich verbrochen. Wenn den Bewohnern ich begegnen sollt’, Lieber ein reißend Tier ich treffen wollt’. Sie verhüllen ihr Haupt, um nicht zu grüßen; Vor den Armen ihre Hand sie verschließen. Wenn sie aber geladen sind zum Mahl, Dann plündern mit Gier sie Schüssel und Schal’. Wer von ihnen fordert, was er geliehen, Muß mit aller Gewalt vom Leder ziehen. Einen Gefallen keinem man erweist, Lieber man das Kleid ihm vom Leibe reißt. Jesaia, dessen Name »den Süßen« bedeutet, Durch seine Verse Bitt’res mir hat bereitet. Er besonders hat stark gegen mich gehetzt Und schamlos meine Ehr’ herabgesetzt. Für Tobia, der geizig sich benommen, Wird auch einmal das schlimme Ende kommen. Der Fürst Isaak milderte nie die Not; Er brach niemals dem Hungrigen sein Brot. Einst werden seihe Söhn’ ebenso handeln Und ganz in ihres Vaters Wegen wandeln.

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