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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 136 (sequence 8)
Language
German
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136 Die Satire in der jüdischen Literatur. VI. Die jüngere spanische Dichterschule hat in dem erwähnten Kampfe, der die Gemüter gewaltig erregt hat, viel von seiner Schaffenskraft eingebüßt. Abraham b. Isa ak Bedarschi, das heißt aus Beziers in der Provence (ca. 1230—1300), beklagt in seinem Gedichte »Das flammende Schwert« den Verfall der hebräischen Dichtung.(־חרב המתהפכת ediert zusammen mit seiner hebräischen Synonymik, חותם תכנית, durch M. Ppllak mit Beiträgen von Luzatto und Stein- Schneider. Amsterdam 1865; vgl. Renan, Les rabbins frangais p. 467 ff.) Dieses Gedicht mit seiner Künstelei hat die hebräische Poesie kaum gehoben. Es enthält 210 Verszeilen die mit der Endsilbe ri auslauten. Ein Franzose würde sagen : C’est pour rire. Abraham Bedarsch i spricht von sich selbst mit einer Süffisance, die bei aller Anerkennung, die seine zahlreichen Dichtungen verdienen, nicht gerade angenehm berührt, ln dieser Selbstgefälligkeit, in der er sich für den größten Dichter seiner Zeit hielt, in der, wie er sagt »die alten Dichter ausgesungen und die alten Harfen sind verklungen«; fordert er wie die provenmalischen Troubadours in ihren Wettgesängen, den Joes partitz, die zeitgenössischen Dichter zum Wettstreite auf. Als sich ihm aber einmal der Dichter Isaak Gorni als Partner anbot, wies er ihn kurzweg ab und erinnerte ihn an die bekannte Sage von dem Kriege Alexanders des Großen mit den Amazonen (vgl. Tamid 32 a und sonst). Die paar Verse, die er an ihn gerichtet hat, sind seinem handschriftlichen Divan entnommen. (British Museum, Add. 27168. vgl. Groß, Mortatsschr. 1879,'S; 17 und 1882, jS. 309.) Die malitiöse Antwort; in der er ihm zu verstehen gab, daß er ihn nicht für ebenbürtig halte, war recht ungeschickt. Denn erstens war Abraham Bedarschi kein Alexander der Große und zweitens Isaak Gorni kein schwaches Weib, sondern

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