Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Satire in der jüdischen Literatur
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Satire in der jüdischen Literatur. Du kannst getrost beide probieren, Eines wird sicher dich kurieren. Nun merk’, mein Lieber, das Konzept Dir genau vom ersten Rezept: Nimm Gewürz lustiger Genossen, In echter Freundschaft angeschlossen, Auch Rosen kosend auf der Lipp’, Bestreut mit Puder reiner Lieb’, Ein paar Lilien von derr Blicken Und Knospen, die den Busen schmücken; Vom Gesicht’ aufzufangen such׳ Etwas von seinem Wohlgeruch’. Vom Tannenwuchse nimm ein Spähnchen Und eine Perle von den Zähnchen, Mit erquickendem Tau sie bestreich’ Von schönen Händen, zart und weich. Mußt alles fein pulverisieren Und mit Honig der Zung’ verrühren. Nimm auch der Augen Balsamstrauch Und des Gesichts duftenden Hauch. Nimmst du ’s dreimal an jedem Tage, Wirst du befreit von deiner Plage. Wenns nicht hilft, dann getrost probier’ Bald das andere Elixier: Der Hoffnung Kraut ist zu verbinden Mit Wermut von bitt’rem Empfinden, Stengeln von Gram, der’s Herz beschwört, Das in Enttäuschung sich verzehrt. Und Seufzern, welche sich entringen Der Seel’ über manches Mißlingen. Dazu der Trennung Früchte tu’ Vom Zweige quälender Unruh’ So wie nagenden Kummers Blüte, Dornen im betrübten Gemüte Und Blätter von dem tiefen Gram’,