Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Satire in der jüdischen Literatur
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
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130 Die Satire in der jüdischen Literatur. seinem »Frauendienst und Frauenbusch« die Fehler der Frauen schildert, und auf seinen Zeitgenossen Heinrich von Meißen, der die Frauen verteidigte und deshalb »Frauenlob« genannt wurde. Die Kontroverse über die Würdigung der Frau im Judentume, die wir kennen gelernt haben, wurde mehrere Jahrhunderte später (Ende des 15. Jahrh.),von mehreren jüdischen Dichtern in Italien wieder aufgenommen. Ich erwähne nur zwei davon, Abraham aus Sarteano, der einen neuen »Weiberfeind«, und A b i g d 0 r aus F a n 0, der einen neuen »Weiberfreund« unter den Titel עוזר נשים verfaßt hat. Abrahams Satire erinnert an manchen Stellen an die Satire Juvenals, der sie nicht an Schönheit der Diktion, wohl aber an Obszönität ähnlich ist. Diese dichterische Kontroverse näher zu besprechen, würde über den Rahmen meiner Abhandlung hinausgehen. Sie wurde bereits von kundiger Seite unter dem Titel »Zur Fraüenliteratür« eingehend besprochen. (Neubauer, Letterbode X, 97 und 113 ff und Steinschneider das XII. 49 ff.) V. Der bedeutendste Vertreter der jüngern spanischen Dichterschule, war Jehuda b. Salomo Alcharisi (2. Hälfte des 12. und Anfang des 13. Jahrh.), der den Spuren des Dichters Salomo Ibn Zikbel folgend, in seinem Werke Tachkemoni die Makamen H a r i r i s mit seltener Sprachgewandheit nachgebildet hat. (0‘ תהכמוניr■ ed. Konstant. 1578 und Amst. 1729, eingehend besprochen von Dukes, »Ehrensäulen« S. 25 und von Kämpf a. a. O. und in einem besonderen Werke über den Tachkemöni, Prag 1845. Einzelne Makamen sind von Kämpf, das. Und auch sonst von anderen übersetzt worden.) Das genannte Werk Gharisis voll köstlichen Humoirs und sprudelnden Witzes, aber stellenweise voll tiefen sittlichen Ernstes besteht aus 50 Makamen öden Pforten, in denen H e m a n