Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Satire in der jüdischen Literatur
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 129 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Satire in der jüdischen. Literatur. Von Heinrich. Gross. (Fortsetzung) Maßvoller ist die Schrift, in der ungefähr 80 Jahre später der berühmte Dichter J e d a j a P e n i n i (ca, 1272- 1340) im Alter von 18 Jahren gegen die Satire des Juda l.b.n Sabbatai, wie ein Troubadour eine Lanze für das schöne Geschlecht gebrochen hat. Die in gereimter Prosa verfaßte Schrift wird von Jedaja selbst als צלצל כנפים »Schwirren der Flügel« bezeichnet, ist aber unter dem Titel אוהב נשים »Weiberfreund« bekannt (herausgeg. von Neubauer in der Jubelschrift zum 90. Geburtstage von Zunz, Berlin 1884. Vgl. Renan, Les öcrivains juifs fran$ais du XlVe sifecleS. 23.) Man darf sich nicht darüber wundern, daß Jedaja nach so langer Zeit auf die Satire des genannten Dichters wieder zurückgekommen ist. Das Thema, das in derselben behandelt wird, war immer aktuell. Es wird sogar im Talmud berührt. »Wenn einer,« heißt es daselbst, »ein Weib genommen hat, fragt man ihn, ob מצא oder מוצא (Jebamot 63, vgl. Spr. Sal. 18, 22. Köhelet 7, 26). Ich erinnere an die häßliche Satire des griechischen Dichters Simonides (650 v. Chr.) »über die Weiber« und an die berühmte Satire Juvenals (50—130 n. Chr.) »auf die römischen Frauen«. Ich verweise ferner auf zwei Dichter des Mittelalters, Ul rieh von Lichtenstein (13. Jahrh.), der in Monatsschrift, 52. Jahrgang. ®