Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 753 (sequence 7)
- Language
- German
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Besprechung. 753 fung auf seiner Vorfahren und seiner Verwandten Verdienste (S. 141), und am 24.-Dezember 1723 mit Moses Levin und seinem Vetter Elias einen Münzvertrag abgeschlossen, bei dem die Gomperz die Silberlieferung für 300000 Taler und deren Ausprägung übernahmen (S. 146). — Bei den holländischen Genexalstaaten stand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Benedikt, der Großneffe des Elias, in hohem Ansehen; er ist der Diplomat der Familie Goraperz. »Einer seiner bedeutendsten Erfolge, um den sich in der Familie noch in späteren Geschlechtern ein förmlicher Sagenkranz geschlungen hat, war der Erwerb der Herrschaften Vianen und Ameide für die Staaten von Holland und Westfriesland« (S. 358); er betrieb und erreichte im Jahre 1719 die Wahl des Prinzen Clemens August, des Sohnes des Kurfürsten Maximilian von Bayern, zum Bischof von Münster und Padeborn (S.355L); auf seine Veranlassung erhoben im Jahre 1745 die Generalstaaten, deren Armeelieferant er war (S, 363), durch den Mund Burmanias am Wiener Hofe Vorsteilungen zugunsten der von Maria Theresia aus Böhmen und Mähren verjagten Juden (S. 361 und D. Kaufmann in der Graetz-Jubelschrift 1887 S. 286)/—■ Minder bedeutend, aber immerhin erwähnenswert ist der Anteil der Gomperz an der Entwickelung der Industrie in Preußen: Salomon, der Sohn des Jacob Gomperz, ein Neffe Elias’, errichtete in Wesel eine große Seidenfabrik, deren Betrieb freilich bald nach ihrer Begründung infolge der Umtriebe eines christlichen Konkurrenten von Berlin aus verboten wurde (S. 83—84); um 1720 errichtete Moses Levin Gomperz in Berlin eine Tabakfabrik; sein Sohn Herz pachtete 1749 mit seinem Schwäger Nathan Veitei die vom Potsdamer Militärwaisenhaus errichtete Kantenkiöppelei, die sie alsbald in gedeihlichen Schwung brachten (S. 155), u. a. m. Neben dem Namen Heines, dessen Ahnherr Simeon van Geldern bei verschiedenen Gliedern des Gomperzschen Hauses auf seinen Wanderungen Aufnahme fand, und dem sogar Issachar Baer Cleve, der Eidam David Oppenheims, die Hand seiner Tochter Bella hatte geben wollen, wird in der Geschichte der deutschen Litteratur immer der Name Ludwig Börnes genannt werden, der durch seine Mutter Julie der Familie Gomperz angehört. Vor ihm nimmt in der litterarischen Bewegung, welche von Friedrich dem Großen ausging, Leon Gomperz einen hervorragenden Platz ein; seiner soll weiter unten neben Dr. Aron Gomperz ausführlich gedacht werden. In die Arena des geistigen Lebens hat der englische Zweig der Familie den Mathematiker Benjamin Gompertz (1779—1865), der das mathematische Sterblichkeitsgesetz aufgestellt und sich auf dem Gebiete des Versicherungswesens Verdienste erworben hat, sowie seinen als Dichter gefeierten Bruder Isaak (1774—1856), der öster- Monatsschrift, 51. Jahrgang. 48