Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 752 (sequence 6)
- Language
- German
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752 Besprechung. des Mordanschlags gegen den Wiener Oberhoffaktor Samson Wertheimer beschuldigte, und dessen Helfershelfer, den Kardinal Kollonitsch, und später durch die Ränke seiner Feinde bis an den Rand des Verderbens gebracht wurde, sodaß, als er in der Blüte der Jahre gestorben war, seine Witwe, freilich vergeblich, die Gnade des Herrschers anrufen mußte. Welche Bedeutung ferner dem Kaufmann-Freudenthalschen Werke für die Geschichte der Länder zukommt, in denen die Gomperz gelebt haben, läßt sich schon aus dem eben Gesagten ersehen. Es möge aber hier noch des Näheren darauf eingegangen werden, weil die Geschichte des Geschlechtes von neuem die hohe Wirtschaftliehe Bedeutung der Juden jener Zeiten dokumentiert und ein neuer Beweis für die Tatsache ist, auf die freilich nicht oft genug hingewiesen werden kann, daß die Juden »kein Fremdkörper im Organismus der Nationen, sondern eng und fest in Fleisch und Blut mit ihnen verwachsen« sind (S. 400), und daß sie auch an dem Gedeihen des Landes, das ihnen den Zugang zu seiner Kultur erschlossen hat, allezeit den tätigsten Anteil nehmen. Der junge preußische Staat ist gar nicht denkbar ohne die Unterstützung, die seinen Herrschern von den Gompertz zuteil wird, »Die Geschäfte, welche Elias Gompertz für den Kurfürsten (Friedrich Wilhelm) zu erledigen hatte, betrafen vor allem die Versorgung der Truppen, und die Instandsetzung der Festungsplätze«. »Die Vorurteilslosigkeit des Herrschers ging so weit* daß sie des Juden Dienste selbst, wo es sichern kirchliche und Glaubensfragen handelte, in Anspruch nahm. So hatte Elias bei der Durchführung des 1677 zwischen Katholiken und Evangelischen abgeschlossenen Religionsrezesses gleichfalls. mit Vorschüssen zur Verfügung zu stehen« (S. 23), abgesehen von den Dienstleistungen Elias3 für die persönliehen Bedürfnisse des Fürsten. Der bereits mehrfach genannte Rüben Elias Gomperz wird von Friedrich III., dem nachmaligen ersten preu- Bischen Könige, zum Mitglied der Kommission zur Untersuchung der Münzverschlechterungen in den bergischen Landen und später zum Oberrezeptor der Steuern im Herzogtum Cleve ernannt (114 ff.); er liefert dem Fürsten Diamanten (S. 111). Friedrich Wilhelm L lässt am 5. Dezember 1732 dem Juden Jacob Gumpertz in Cleve mitteilen »daß, wenn derselbe schöne, junge Recruten, von 6 Fuß und darüber baarfuß gemessen, schaffen kann, höchst dieselben solche gern .., bezahlen wollen« (S. 44); derselbe Herrscher hatte bereits am 12. Juni 1713, kurz nach seinem Regierungsantritt, Moses Levin Gompertz, den Vetter und Schwager des eben genannten Jacob, zu seinem Ober-, Hof- und Kriegsfaktor mit dem Wohnsitz in Berlin und unbeschränktem Passagierrecht im ganzen Lande ernannt, unter ausdrücklicher Bern-