Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 751 (sequence 5)
- Language
- German
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Besprechung. 751 Leben und Ergehen ihrer Glaubensgenosse mitschaffend und mit־־ wirkend beeinflußt haben, daß die Geschickte einer Familie, die mit fast allen, andern jüdischen Familien, deren Isiame Klang und Bedeütung.besaß, verschwägert warundmitbedeutehüefl deutschen Fürsten und größeren Städten in Geschäftsverbindung stand, selbst eine Geschichte der Juden im kleinen ist, weiche ih gleicher Weise von der hohen wirtschaftlichen Bedeutung der Judeh wie von der Unsicherheit ihrer rechtlichen Lage, von dem reg^h geistigen Verkehr, der keine Landesgrenzen kannte, wie von der Dumpfheit des Ghetto und dem Ringen nach Befreiung aus demselben berichtet* 1 2). Das erhellt um so mehr, wenn wir darauf verweisen* daß ei** Gotnperz, Ella Emmerich, der Enkel des zu Anfang genausten Salomo, der Finanzmann uud Vertraute des groß«0 Kur fürs te n w a r, :—ד■ Kaufmann vindiciert ihm einen Anteil dar^h, »daß eine große Anzahl, der 1670 von Wien vertriebenen jüdische** Familien in den Staaten des großen Kurfürsten Aufnahme fand«3) daß ein Gotnperz, des eben genannten Elia Sohn Rüben, als C?kerrezeptor im Herzogtum der ers t e jüdische Staatsbeamte in HoheazoUerusehen Diensten, und dessen Sohn Benedikt wieder der ers te p re uß i s c h e L a n d e s r a b b 1 h e r in Schlesien gewesen ist, ganz zu schweigen von D r. Ahrou £ m m e r i c höurap ertz, dem Lehrer. Moses M e nd eis so k,n s, dessen weiter unten noch ausführlich gedacht werden soll. Die Biographien dieser Männer, die zum weitaus größten Teile dem Studium umfangreicher Akten und anderer Schriftstücke — die wichtigen teilt Freudenthal int Wortlaut in dankenswerter Weise mit ־׳^ erst ihre Entstehung verdanken, sind kleine, aber inhaltreiche K^Wgemälde; hier verweise ich zum Beispiel auf die den OberlandeS^ltesten und Oberhoffaktor Moses Levin Gumpertz ־— dem als einzigen Juden seiner Zeit einen Degen zu ־tragen erlaubt war — betreffender* Partien und besonders auf das Lebensbild des eben genannte** an glücklichen Rüben, der sicher einer der reichsten und bedeutendsten deutschen Kaufleute, seiner Zeit war, und den doch die Sonne kurfürstlichen Gnade nicht davor bewahrte, daß er^durch die Verleumdungen Edelacks, der ihn Philipp Gumpertz, proin. 1786 in Frankfdft a. O• ד-י' Die Angabe der Jew. Enc. VI, S, 108, daß Aron Gomper^ der erste Jude gewesen sei, der in Preußen den Doktorgrad erlangte, ht nach obigem nicht richtig. 1) Selbst eine Ritualmordgeschicht^ fehlt nicht in der Wechselvollen Geschichte der Familie; s. S. 353׳ 2> Nach L. Landshut, Die wart, 1867 S. 318 kommt dieses Verdienst einem Bruder und eine*1* Sohne Elias* zu.