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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 6 · p. Seite 749

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1907-01-01
Page
Seite 749 (sequence 3)
Language
German
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Besprechnng. 749 und tritt, wie es auch als dritter Band im Cyklus der Kaufmannschen Monographien zur Geschichte jüdischer Familien erscheint, würdig neben Kaufmanns »Bacharach« und »Wertheimer«, sowie neben Freudenthals gehaltvolle Abhandlung »Aus der Heimat Mendelssohns«, denen es auch, was die Geschlossenheit der Darstellung und die Schönheit der Sprache betrifft, in jeder Hinsicht entspricht. Die Geschichte der Juden am Niederrhein im 17. und 18. Jahrhundert war!ins bisher so gut wie unbekannt; einzig und allein gelegentliche Notizen erhellten notdürftig das Dunkel. Jetzt erhalten wir in der Darstellung der Geschichte der Familie Gomperz in den Städten Emmerich, Cleve und Wesel sowie in den Landschaften Cleve-Mark einen Einblick in das reiche Leben der Juden am Niederrhein, deren , Geschicke die Familie Gomperz während eines ganzen Jahrhunderts tatsächlich fast ausschließlich geleitet hat. Wir lernen eine Reihe von bisher unbekannten Rabbinen kennen, deren Namen uns die Memorbücher von Emmerich und Cleve1) aufbewahrt haben, das Gemeindeleben der Juden am Niederrhein, ihre Organisation, ihre rechtliche kulturelle und ökonomische Lage. In dem von Elia Gomperz, dem י. bekannten Finanzmann des großen Kurfürsten, in Cleve errichteten; Lehrhaus legte Juda Mehler2) den Grund zu seinem vielbewunderten Wissen, und der »Bau Salomos« des Grammatikers Salomon Hanau ist dort entstanden (S.28-29), In Cleve lebten um 1740 zwei j irdische Ärzte, Bär, der Sohn des Jakob Cieve-Gomperz, und Dr. Simcha Adolphus aus London, der durch seine satyrische Schrift»Histoire des Diables Modernes« sich einen bleibenden Namen in der Literatur der Zeit- und Sittengeschichte erworben hat. Vor allem aber »muß es die Kulturgeschichte; der deutschen Judenheit verzeichnen, daß in der zweiten Hälfte des l) Arjeh Loeb Emmerich ist nicht, wie es S. 339 heißt, im Memorbuch von Emmerich genannt; wohl dagegen seine Gattin Bela.* — Das S. 365 und 367 erwähnte Clever Memor buch ist nicht identisch mit dem mir vorliegenden, dessen Veröffentlichung ich vorbereite. Wo dieses zweite Memorbuch geblieben ist, ist auch der jüdischen Gemeinde in Cleve unbekannt; das von M. Weisz im Kaufmann- Katalog Nr. 342 als solches bezeichnete ist das Memorbuch von Goch, s. Freudenthal, S. 9. a) Juda Mehlers Todestag findet sich nicht im Memorbuch von Emmerich, hier muß mich Freudenthal mißverstanden haben. Dagegen findet sich Juda Mehlers Seelengedächtnis auch in den Memorbüchern von Cleve und Xanten, und im Memorbuch von Rheiriberg, das von mir dem Gesamtarchiv der deutschen Juden übergeben worden ist. Der Name מילר dürfte doch wohl Mehler zu lesen sein, s. hierüber Israelit 1907, Nr. 46, S. 12.

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