Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Tod Moses's in der äthiopischen Überlieferung
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 715 (sequence 9)
- Language
- German
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Der Tod Mose's in der äthiopischen Überlieferung. 715 Nach dieser Unterbrechung wird der Faden der Erzählung, wie im Äthiopischen, wieder aufgenommen und zu Ende geführt. Der Herausgeber, der diesen Sachverhalt nicht erkannte, meinte, daß die ärab. Rezension lückenhaft sei. Die zweite arab. Version, oft von orthographischen Fehlern entstellt, ist von allen mir bekannten Versionen dieser Sage inhaltlich verschieden. Ich kann auf dieselbe nicht weiter eingehen, da es sich mir hier nur um die äthiop. Version handelt. Aus der kurzen französischen Einleitung des Herausgebers ist besonders erwähnenswert, daß die Falaschas diese Sage auf dem Friedhofe bei Beerdigungen zu rezitieren pflegen. Sie bildete also einen Teil ihrer Liturgie1). (j22a&' 5 jlä jls l5£>Aj yt CT1*1 *־־ י׳ס (JÜASJ jLä ßj ßi y! ß^ JJo >—v5Uu ö I jlss ßj ß^P■ 3L3 JouVj ־ v3L5 ^JJi 0*5 ^13 (^uX-u (so) 01^x11 li^ q/c ^jüA.ßj OiAä^o iA5j CT^ U־2‘־^ <3^Ä5 ^LfAvJ) 1“XäAÖ 3י*ן Jd-rO Die tnidraschische, kürzere Fassung ist die ursprüngliche. Der Araber setzt Mose an Stelle Gottes im Gespräche mit dem Todesengel und fügt zwei Punkte, betreffend das Licht Gottes und die »aufbewahrte Tafel« (Koran 86, 22), hinzu. Über letztere siehe Steinschneider, Hebr. Übers. S. 319, A. 392 und meine »Abhandlung des Abü Hamid Al-Gazzä’i«, Frankfurt a. M. 1896, S. LX, Anm. 21. 1J Dies dürfte weniger auffallend erscheinen, wenn man bedenkt, daß auch die Midraschim über den Tod Mose’s ursprünglich zu liturgischen Zwecken verfaßt, resp. verwendet wurden. Bekanntlich werden am zweiten Tage des Schlußfestes (,שמחת תורד) der letzte Pentateuchabschnitt, der die-Schilderung des Todes Mose’s enthält, und, als Haftara;, das erste Kapitel des Buches Josua, das ebenfalls vom Tode Mose’s spricht, in der Synagoge vorgelesen. Im Anschluß hieran wurden entsprechende tnidraschische Vorträge gehalten, und