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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 6 · p. Seite 673

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 6
Article
Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre
Date
1907-01-01
Page
Seite 673 (sequence 15)
Language
German
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Die bdbelwissenschaftlfche Literatur der letzten Jahre. 673 jeden babylonisch-ägyptischen Einfluß in Abrede stellt1), den israelitischen, damals noch ebräischen Stämmen hinterlassen hatte. ~ Die Konzentrierung so vieler ebräischer Stämme um die Oase von Kadesch konnte natürlich nicht für die Dauer bestehen bleiben. Darum sahen sich diese Nomaden immer mehr genötigt, in das palästinische Gebirge vorzurücken, was natürlich im Süden, wo von jeher die Juda- Stämme samt Kaleb hausten, auf weniger. Widerstand stieß als in den nördlicheren Teilen dieses Landes, die von Kananitern und Amoritern bewohnt waren. Allein da es sich hier nicht um einen systematischen Krieg, wie ihn sich der phantastische Verfasser des Buches Josua *denkt, handeln kann, sondern nur um ein ganz primitives״ unorganisiertes Vordringen wilder Horden, so konnte hier vonjeinem dauernden Widerstand seitens der Urbewohner des Landes nicht im eigentlichen Sinne die Rede sein, zumal diese eindringenden Wüstensöhne sich auch mit dem Herumstreifen in den zentral- und nordpalästinischen Bergen begnügten. Allmählich kam aber das bekannte kulturhistorische Gesetz, daß die urwüchsigen jugendkräftigen Fremdlinge die in die Kultur eingebetteten verweichlichteren Eiemente immer mehr überwinden, sich ihnen assimilieren und sie zusehends aufsaugen und in sich aufnehmen, wie dies auch die semitischen Babylonier mit den sumerischen Ureinwohnern taten, auch hier zum Durchbruch. Eine Ver- Schmelzung ging hier umso leichter vor sich, als die Urbewohner Palästinas ähnliche religiöse Kulte wie die ebräischen Stämme besaßen. Der durch JHWs Intoleranz zuerst entstandene Wider- Spruch gegen den Baal, wurde im Laufe der Zeit einfach dadurch überwunden, daß die ebräischen Stämme allmählich zur Seßhaftigkeit und zum Ackerbau übergingen. Da nun aber einerseits der aus der Wüste mitgebrachte Gewittergott 1) Natürlich nicht ad majorem Mosis gloriatn. Monatsschrift, 51. Jahrgang. 43

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