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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 6 · p. Seite 668

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 6
Article
Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre
Date
1907-01-01
Page
Seite 668 (sequence 10)
Language
German
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668 Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre. für die dortigen Nomaden ist, geheiligt war1). Diese heilige Quelle war, da diese primitiven Stämme einen Tempel noch nicht kannten, auch die Gerichtstätte zur Bestrafung kultischer Vergehen, daher auch ihr Name מריבת קדש, den die spätere Sage fälschlich mit dem Haderwasser des Moses in Verbindung brachte. Einige dieser ebräischen Stämme, in der späteren Sage Josef-Stämme genannt, gelangten, auf ihrer Wanderung gegen Westen in das sinaitische Gebirge und in die ägyptischen Grenzgebiete, wo sie sich dauernd niederließen. Da diese Wilden der ägyptischen Kultur sich nicht assimilieren konnten, so wurden sie als verachtete Hirtenstämme zu verschiedenen Frohndiensten und Grenzbefestigungsarbeiten herangezogen.Zwischen den sinaitischen Bergen haustegleichzeitig ein Nomadenstamm, Keni genannt, der in der späteren jüd. Sage als Midianiter mit den ebräisehen Stämmen in Verwandtschaft gebracht wird. Wie alle primitiven Völker trotz ihres krassen Polytheismus immer den Gott desjenigen Naturelementes, von dem ihr Schicksal am meisten abhängt, am höchsten ehren und fürchten, so haben auch diese kriegerischen, kenitischen Hochgebirgsbewohner den Gewittergott JHW, dessen Erscheinen sie durch die zuckenden Blitze, dessen Stimme sie durch den erschreckenden Donner wahrzunehmen glaubten, am meisten gefürchtet. Ein junger begeisterter ahnungsvoller unternehmungslustiger Ebräer, namens Mose, dessen Geburt von der späteren Sage nach Ägypten verlegt wird, der aber in Wahrheit den bei Kadesch wohnenden Lea- Stämmen angehörte, hat durch einen viele Jahre langen Aufenthalt unter diesen Kenitern die mächtige Gewalt ihres Gewittergottes JHW kennen gelernt und vielleicht durch ein inneres Erlebnis ein unerschütterliches Vertrauen zu demselben gewonnen. ln der Überzeugung von der Übermacht dieses durch 1j Vgl. das talmudisclie בארד, של מרים (Thaanit 9 a), wovon die Kritik natürlich nichts weiß.

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