Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 660 (sequence 2)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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660 Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre, nicht s i e einen Amos, Hosea, Jesaja und Micha schon im 15. Jahrhundert vor Muhammed hervorgebracht, warum haben nicht sie schon in jener alten Zeit systematische Oeschichtsdarstellungen wie die der großen Ünbekannten J. und E. verfertigt oder ein »Bundesbuch« kodifiziert? Warum sind die Araber bis zum Islam — c. 650 n. Chr. — nahezu Illiteraten auf jedem Gebiete geblieben? Sie sind ja doch nicht, wie Israel, schon 1500 Jahre vor Muhammed von den Assyrern und Babyloniern in alle Winde zerstreut worden, so daß ihre literarischen Schätze dabei hätten verloren gehen können. Und finden sich auch im nachislamischen Arabien Sitten und Bräuche, welche denjenigen des biblischen Israel gleichen, hat man da Anlaß, sie ohneweiteres gerade als alt »urarabisch«, »ursemitisch« aufzufassen, wie das die Schulen Wellhausens und Stades allgemein tun? Lebten nicht, die gerade ,hier in Betracht kommenden Stämme beinahe ein Jahrtausend lang vor dem Islam in den engsten Beziehungen mit den Juden? Ist nicht der ganze Islam aus jüdischer Lehre hervorgegangen? Waren nicht die wichtigsten arabischen Städte Jahrhunderte V. Chr. von Juden bevölkert, und haben die heutigen Beduinenstämme Palästinas und seiner Umgebung, deren Zuständen das reichhaltigste Material zur Vergleichung für, die biblische und ursemitisehen Religion, entnommen wird (Curtis), nicht auch schon unter jüdischer Herrschaft dort gelebt? :.Man. .wird ■mir״entgegnen: Wenn also die jüdisch aussehenden Bräuche der Araber meist jüdische Nachahmungen sind, so sind sie doch erst recht geeignet Pinsel und Farbe zur Zeichnung des altisraelifischen Religionsbildes abzugeben. Allein wenn diese mohammedanischen Beduinen heute noch wie vor 4000 Jahren auf. jeder Anhöhe einen andern Heros verehren, so sagt man, ihr Muhammedanismus sei bloß ein dünner Firniß über ihr Heidentum. ,Wie anders bei der altisraelitischen Religion! Diese muß