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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 620

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Der Papyrusfund von Assuan
Date
1907-01-01
Page
Seite 620 (sequence 4)
Language
German
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620 Der Päpyrusfund von Assuan. Königs Artaxerxes, sagte Pi, der Sohn des Pachi, Baumeister aus der Festungsstadt Syene, zu Mibtachjah, der Tochter des Machseja, des Sohnes des Jedonja, der Aramäer aus Syene von dem (דגל (יגל des Vasirath . . . in Syene: Laß uns eine Scheidung machen in Hinsicht auf Geld und Getreide und Kleider und Erz und Eisen, alle Güter und Habe. Und ich will eine Quittung geben, und ein Schwur wurde dir auferlegt, und du hast mir geschworen in Bezug darauf bei Sati, der Göttin, und mein Herz ist zufrieden mit diesem Eide, welchen du mir geleistet hast in Bezug auf diese Güter, und ich entsage meinen Anspruch an dich von heute ab für immer. Ich werde keine Macht haben, gegen dich Klage oder Prozeß zu erheben, gegen dich oder Söhn oder Tochter von dir in Betreff dieser Güter, in Bezug worauf du mir geschworen hast. Wenn ich gegen dich Klage oder Prozeß erhoben habe, oder ein Sohn oder Tochter von mir gegen dich erhoben hat in Betreff dieses Eides, so will ich, Pi, und meine Kinder bezahlen an Mibtachja die Summe von 5 כבש) כרש) königlichen Geldes, und ich nehme zurück alle Klagen und Prozesse. Petisis bar Nebonatan hat diese Urkunde geschrieben in Syene, der Festungsstadt, nach dem Diktat des Pi, Sohn des Pachi. Zeugen waren, Neborei, Sohn des Nebonatan, Luchi bar Mannuki, Odnahar bar Duma, Neborei, Sohn des Ostanes. Diese Urkunde ist deshalb von religionsgeschichtlicher Wichtigkeit, weil in ihr der einzige Fall vorliegt, in welchem eine Jüdin (Mibtachja) bei der ägyptischen Göttin (בסתי אלהתא> schwört. Allein es darf hier auch nicht übersehen werden, daß dieser Eid ihr von einem Ägypter auferlegt wurde. Es darf daher aus diesem Einzelfall mit Schürer nicht sofort auf einen etwaigen Henotheismus der damaligen Juden geschlossen werden1)► Und wenn dieselbe מבטחיה auch später in zweiter Ehe einen Ägypter heiratet, so hai sie ihn doch bald für die jüdische Religion gewonnen; denn in einer Urkunde aus dem vierten Jahre des Darius werden die beiden Söhne der Mibtachja, welche sie ihrem ägyptischen Gatten gebar, ,ידניד und ,מחסיל Söhne des אסחור, des Sohnes צחף von der מבטחית, der Tochter des ,מחסיד, des Juden genannt. Und drei Jahre später in einer Urkunde aus dem siebenten Jahre des Darius, heißen dieselben Söhne ירכיה בר נתן und sein Bruder מחסיה בר נתן und ihre Mutter מבטחיה, Tochter des מחסיה. Äs־־chor muß also inzwischen zum Judentum übergetreten sein, wobei er den Namen Nathan annahm, auch der Zeuge הושע בר פטנחוס in B. 17 wird wohl Proselyt sein. 1) Ob die Göttin Sati, bei der במטחיה schwört, nicht etwas mit der rätselhaften מלכת השמים Jeremia 44, 15, an der das Herz der jüdischen Frauen Ägyptens hing, zu tun hat, wird zu untersuchen sein.

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