Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Redaktion der Mischna
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 597 (sequence 8)
- Language
- German
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Zur Redaktion der Mischna. 597 Standpunkte der Mischna sich deckt. In unserem Falle aber gilt es vor allen den Nachweis zu führen, daß die Mischna selbst mit der von ihr hinzugefügten Einzelansicht sich identifiziert und in ihr die eigentliche Halacha erblickt habe. Dieser Nachweis soll nun hier aus der Mischna selbst an der Hand zahlreicher Beispiele erbracht werden, welche deutlich erkennen lassen, daß die Mischna sich für die Einzelansicht entschieden und sie als Halacha rezipiert hat. Am augenfälligsten zeigt sich dies dann, wenn die Mischna, unmittelhar nachdem sie die abweichende Ansicht genannt hat, gleich weiter im Sinne derselben fortfährt. Wir wollen darum auch hier zunächst eine Reihe von Beispielen dieser Art voranstellen, denen sodann solche folgen mögen, bei welchen die Rezeption der Einzelansicht durch die Mischna gleich unmittelbar darauf erfolgt, endlich solche, bei welchen dies an einer ferner gelegenen Stelle, oder aber überhaupt in einem anderen Traktate sich nachweisen läßt. 1. B i k k u r i m III, 6 liest nach der DnP-Ansicht der Darbringer von Erstlingen den vorgeschriebenen Abschnitt »noch mit dem Fruchtkorbe auf der Schulter, bis er den ganzen Abschnitt vol 1 e n de t« עודהו הסל על כתפו קורא מהגדוד ובו׳ עד שגומר בל הפרשה. Nach R. Juda dagegen hält er den Korb nur bis zu den Worten ארמי אובד אבי auf der Schulter, nimmt ihn aber von da ab herunter, und die ganze Fortsetzung bis zu Ende der Mischna ist in diesem Sinne gehalten1). 2. J o m a V, 4 stellt der Hohepriester am Versöhnungstage nach der DnD-Ansicht die Sprengschale (des *) Der klare Wortlaut der Mischna schließt die Möglichkeit jeder anderen Interpretation, aus. Die, lediglich aus Rücksicht auf die Entscheidung des Maimonldes von Heller versuchte Auslegung ist nicht nur sehr gewunden, sondern auch mit dem garnicht mißzuverstehenden Sinn der Mischna unvereinbar.