Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 582

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Das Alte Testament in der Mischna
Date
1907-01-01
Page
Seite 582 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2829132-2829803-2829809-2887910--35649-2887995
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

582 Das Alte Testament in der Mischna. Unsterblichkeit (Mt. 22, 23. Mk. 12, 18. Lk. 20, 27. Apg. 28, 8; 4, 2, B. J. 2, 8, 14; Antt. 18, 1, 4), des Engel- und Vorsehungsglaubens (Apg, 23, 8. B. J. 2, 8, 14; Antt. 13, 5, 9) erfreut sich einer wunderbaren Toleranz von Seiten der Pharisäer, aber unbedingt sehen sie darauf, daß alle gottesdienstlichen Handlungen, Gebete und Opfer nach ihren Anordnungen geschehen. Daher müssen sich im »Tun« die Sadduzäer bei ihren Amsthandlungen nach den Pharisäern richten (Antt. 18, 1, 3—4)« (53 f.). »Dieses »Tun,« um das sich in der Zeit vor und nach der Katastrophe des Jahres 70 das Denken aller Frommen drehte, war das Gesetz« (55). Ich kann es nicht über mich bringen, diese sattsam bekannten Behauptungen mit Stillschweigen zu übergehen. Es sei mir also gestattet, sie bei dieser Gelegenheit ganz kurz zu beleuchten, wobei ich vorausschicke, daß ich jede Überzeugung und jede Frömmigkeit, die gegen die Menschenliebe nicht verstößt, aufrichtig hochschätze. Ist es wahr, daß »der Sc hwerp unkt nicht im religiösen Glauben, sondern im gesetzlichen Tun« lag? Die Mischna Sanh. 10, 2 zählt diejenigen auf, die keinen Anteil am zukünftigen Leben haben. Es sind die folgenden: »Wer sagt, in der Tora stehe nicht die Auferstehung der Todten, die Tora stamme nicht von Gott, der Epikuräer. Aki ba sagt: auch derjenige, der die aussenstehenden Schriften liest, und der Wunden mittels Bibelverse in magischer Weise heilt. Abba Schaul sagt: auch derjenige, der das Tetragrammaton ausspricht«. Ist hier von gesetzlichem »Tun« die Rede? Gibt es in der ganzen rabbinischen Literatur eine Stelle, welche mit obiger Formulierung die Übertretung eines »gesetzlichen Tuns« verdammt? Vom »religiösen Glauben« ist allerdings selten die Rede, aber nicht aus »Minderschätzung«, sondern aus dem einfachen Grunde, weil die Juden jener Zeiten den »religiösen Glauben« schon längst voll und ganz besassen. Es ist mir nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.