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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 580

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Das Alte Testament in der Mischna
Date
1907-01-01
Page
Seite 580 (sequence 12)
Language
German
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580 Das Alte Testament in der Mischna. genommen haben? Falsch ist natürlich auch die Behauptung, daß sie die Prophetie nicht für erloschen gehalten haben. — A. behauptet: »aber der gesetzliche Schriftbeweis [für das »mündliche Gesetz«] konnte gerade so gut [wie der Tora] mit aller Beweiskraft auch den Propheten und den Hagiographen entnommen werden« (39). Daß dies nicht richtig ist, sieht man aus der Gegenüberstellung von דברי תורה und דברי קבלה (Chullin 137 a), aus der Frage: מן הקבלה את מלפיני (Jebam. 4 a 19 Kidd. 64 d 65). Beide Stellen sind angeführt bei Bacher, Terminologie 1, 166, woselbst auch auf ולמדין מן הקבלה mit der Antwort כמו שהוא דבר תורה verwiesen wird. Aicher zitiert auf derselben Seite, wo er die fragliche Behauptung aufstellt, dieselbe Seite des Bacher’schen Werkes, wo diese drei Belege nebst anderen gegeben werden. Eine gründlichere Belehrung ist aus Z. Chajes’ תורת נביאים und מבוא התלמוד zu holen, Bacher sagt a. a. O.: »Auch gehört diese Äusserung ins Gebiet der halachisehen Exegese, während es sich in den übrigen Beispielen für לוולד־ im tannaitischen Schrifttum zumeist um Nichthalachisches handelt;« Hieraus wird bei A. (39, n. 3): »ein Anzeichen dafür, daß der Schriftbeweis ursprünglich nur in der Haggada üblich war.« Die einfache Wahrheit, daß die Propheten und Hagiographen vermöge ihres Inhaltes für die Halacha nur wenig Ausbeute bieten, und daß auch dieses Wenige auf die Tora zürückgeführt werden muß, scheint A. nicht »kritisch genug.« Für A. ist die Tatsache, daß im Gottesdienst die Tora gelesen wird, ebensowenig ein Beweis für ihre Höher- Schätzung, wie die Bestimmung der Mischna (Megitla III, 1), daß aus dem Erlös für Bücher (־= ספרים biblische Bücher) eine Tora gekauft werden darf, aber nicht umgekehrt. »Demnach liegt, wie mir scheint, in Meg. III, 1 lediglich eine liturgische Schätzung vor« (40). Man versteht den Unterschied zwischen liturgischer und sonstiger Schätzung nicht. Die liturgische Schätzung involviert ja auch eine

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