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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 577

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Das Alte Testament in der Mischna
Date
1907-01-01
Page
Seite 577 (sequence 9)
Language
German
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Das Alte Testament in der Mischna. 577 demnach hier ausgeschlossen, und Aicher müßte annehmen, daß die Mischnalehrer sich selbst und ihre eigenen Schüler absichtlich täuschen wollten. Sie hätten aus purer Lust zum Fabulieren eine Kontroverse über die kanonische Dignität eines biblischen Buches ' erfunden! »Vielleicht spielt schon bei der Bekämpfung einzelner Bücher der zweiten und dritten Schicht die Kabbala herein« (27). Die Quellen bieten für dieses »Vielleicht« gar keinen Stützpunkt. Aicher unternimmt es zu beweisen, daß die alten Schriftgelehrten keinen Wertunterschied zwischen der Tora und den Propheten (Hagiographen) kannten. Er konstruiert zu diesem Zwecke ein zweifaches Kanonprinzip. Seine Theorie ist eine so künstliche, daß ich sie lediglich mit Zitaten wiederzugeben vermag. »Durch den Kanon sollten die Bücher endgültig bestimmt werden, die in der Synagoge der religiösen Erbauung zu Grunde gelegt werden dürfen« (14). Dies ist der »Buchkanon« des Verfassers, den er aus Josephus (c. Ap. 1, 8) folgert. Es gab aber auch einen Gesetzeskanon. »Die Proklamation des Gesetzes unter Esra war ein Kanon, aber nicht der Buchkanon des späteren Judentums.« (10.) »Wir wissen, daß im Zeitalter Jesu und auch des Josephus die 7capdi()0(js<; töv wpscrßuTepwv eine hervorragende Rolle spielte. Eine gesetzliche Handlung galt als verpflichtend, wenn sie sich als Ueberlieferung der Ältesten präsentieren konnte. Was lag näher, als daß man auch die Verbindlichkeit der Lehre und der ihr zu Grunde liegenden prophetischen Inspiration an eine Traditionskette gebunden wähnte, welche die! §6y[jt,a׳ra. ׳roö ■9-sou von Glied zu Glied weiterleitete? Man dachte an die Propheten und nicht an die Bücher« (12). Dies ist augenscheinlich der Gesetzeskanon des Verfassers. »Die Zeitgrenze, wann genau in Palästina der Buchkanon einsetzt, läßt sich nicht bestim men« (15). »Meines Erachtens hängt die Unterscheid ung von mosaischen und nicht mosaischen Büchern mit der Monatsschrift. 51. ]ahrgang: 37

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