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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 5 · p. Seite 574

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 5
Article
Das Alte Testament in der Mischna
Date
1907-01-01
Page
Seite 574 (sequence 6)
Language
German
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574 Das Alte Testament in der Mischna. eine neue Verarbeitung der alten. Rückhaltslose Anerkennung verdient seine Belesenheit, wenn man auch seine hypperkritischen Anschauungen nicht zu teilen vermag. Es ist mir im Rahmen dieser Besprechung unmöglich auf alle Punkte einzugehen, in denen ich mit Aicher nicht übereinstimme. Indem ich auf meinen Artikel »Bible Canon« Jew. Encyclopedia III 140—150 verweise, will ich hier nur einige Bemerkungen machen. Seite 6 heißt es: »Aus II. Makkabäer 2, 13, wo von Nehemja gesagt ist, daß er behufs Gründung einer Bibliothek die Bücher über die Könige und Propheten und die (Lieder) Davids und die Briefe von Königen über Weihgeschenke (an den Tempel) zusammengebracht habe, geht hervor..., daß man noch zur Zeit der Abfassung des Briefes keinen Kanon der Propheten kannte, weil sie und die Psalmen als heilige Schriften von den heidnischen Briefen der Könige gar nicht getrennt werden.« Nun heißt es aber in dem darauffolgenden Vers 14 und 15: »Ebenso hat auch Judas alle Bücher gesammelt, die während des Krieges, den wir hatten, zerstreut worden waren, und sie befinden sich bei uns. Solltet ihr etwas davon brauchen, so lasst es euch holen.« Die palästinisehen Juden hätten demnach — nach Aichers Auffassung der Stelle — den ägyptischen Juden »heidnische Briefe der Könige« angeboten und solche »heidnische Briefe« hätte Juda Makkabi gesammelt, nachdem er den heidnischen König besiegt und den geschändeten Tempel wieder einweihen will? Jeder Unbefangene sieht, daß mit den »Briefen von Königen über Weihgeschenke« das kanonische Buch Esra-Nehemia gemeint ist, in welchem solche Briefe mitgeteilt werden. Dieses Buch ging in vorchristlicher Zeit unter dem Namen Nehemias, nicht Esras, welch letzteren Josua Sirach gar nicht kennt. Der unbekannte Autor des II. Makkabäerbuches verrät mit seiner Erwähnung der »Briefe von heidnischen Königen«, daß er das Buch [Nehemia (Esra) kennt. Da Nehemia der Sammler der »Bibliothek«

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