Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Alte Testament in der Mischna
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 570 (sequence 2)
- Language
- German
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570 Das Alte Testament in der Mischna. einzelne Stücke eingesprengt sind. Eine methodische Untersuchung hat also vom Midrasch auszugehen und von diesem Standorte aus nach der mischnischen Bihelexegese Ausschau zu halten. Da nun Verfasser selbst konstatiert, daß der Midrasch auf seine Bibelexegese hin noch nicht wissenschaftlich durchforscht ist, mithin die unerlässliche Vorarbeit zum Verständnis der mischnischen Hermeneutik fehlt, hätte er selbst mit einer Untersuchung des Midrasch beginnen müssen, zumal die Mischna mit dem Midrasch aufs engste verknüpft ist und in ihren exegetischen Stükken nur Bruchstücke aus dem Midrasch bietet. Wir geben indessen zu, daß es leichter ist, eine Forderung aufzustellen, als sie zu erfüllen und es darf keinem Autor vorgeschrieben werden, womit er sich zu beschäftigen habe. Wir treten also, nachdem wir unsere prinzipieilen Bedenken, die dem Autor selbst nicht ׳ unbekannt blieben, zum Ausdruck gebracht haben, an den Inhalt des vorliegenden Werkes heran. Die allgemeinen Anschauungen des Verfassers wiederspiegeln die folgenden Sätze: »Auf gelegentliche Erörterungen der Gemara ist nicht allzuviel zu geben« (VIII). »Mir war von Anfang an klar, daß zur Erklärung des Alten Testamentes aus einer Hermeneutik der Mischna nicht viel zü holen ist. Das Interesse, das mich bei der Arbeit leitete, war ein ri eute st am e ntali s ch es« (ebenda). »Bei der Schriftverwertung, als etwas zum Teil Formalem, das vielfach auch von der Rasseneigentümlichkeit des forschenden Subjekts beeinflußt und gehalten ist, haben wir allerdings den Vorteil, auf größere Stabilität rechnen zu dürfen« (IX). »Die Beschäftigung mit der jüdisehen Literatur ist für uns Christen ein kühles Vergnügen; denn die darin niedergelegten Anschauungen sagen uns hur selten zu. Dieser Abstand des Denkens und Fühlens hat auch zur Folge, das manches uns auf den ersten Blick nicht verständlich ist« (ebenda). Hart im Raume stoßen sich die Dinge. Wenn die Schriftverwertung »von